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FCB - Thun 1:1
02.09.2018Super League 2018/2019


Die Zeiten, als die restliche Fussballschweiz noch Respekt vor dem grossen FCB hatte, sind definitiv vorbei. Dies zeigen heute auch die frechen Thunfans im Joggeli. Dabei hat doch Thun von 60 Spielen gegen Basel gerade mal 7 gewonnen. Hier in der Chemie-Stadt (Pardon: In der Novartis-Stadt) seit 2010 überhaupt nie mehr. Trotzdem zeigen sie schon vor dem Anpfiff mit Lichtsignalen an, dass mittlerweile alles anders ist im Schweizer Fussball. Die Über-30-Jährigen zünden schon den Siegesstumpen an, während die Unter-30-Jährigen zu einer Vierfach-Pyroshow ansetzen. Nie zuvor war die Thuner Kurve arroganter. Und nie zuvor hat es im Stadion eines Ligakrösus schönere Bilder der Thuner Kurve gegeben. Wobei... um ein Haar hätte es heute gar keine Kurvenbilder gegeben, droht doch heute ausgerechnet unser Fanfotograf als so ziemlich einziger Thunfans bei der Eingangskontrolle zu scheitern. Was will man denn auch mit so einer Kamera an einem Spiel? Fotografieren? Und das erst noch von einem FCB-Sektor aus? „Das glaube ich nicht!“, meint der Sicherheitsmensch. Meint unser Fotograf: „Gloube chöit dir ir Chiuche!“ Die Thuner sind heute wirklich frech bei ihrem Gastauftritt in Basel. Und kommen auch noch durch (die Sicherheitskontrolle) damit.
Erbarmen mit dem FCB hat einzig der Webmaster des Aebikurvenforums. Der stellt nämlich schon vier Tage vor dem Spiel das Forum der Thunfans so ein, dass keine neuen Einträge mehr möglich sind. Womit weniger Fussballdiskussionen verhindert werden - die Champions League-Qualifikation von YB hat und allen sowieso die Sprache verschlagen - sondern vor allem das Tippspiel. Schliesslich hätten so viele Thuner wie nie zuvor auf einen FCT-Sieg im Joggeli tippen wollen.
Auch ohne Aussicht auf einen Tippspielpunkt hoffen wir natürlich trotzdem mit ganzem Herzen auf einen Thuner Sieg. Basel beginnt zwar gut, aber ab der 20. Minute beginnt das Spiel zu kippen. Erst ist da die Gelbe Karte gegen Xhaka wegen einem Foul an Spielmann. Und dann kommt Thun zum ersten Eckball, wobei Stillhart das Tor verfehlt. Besser machen es die Thuner in der 29. Minute. Spielmann spielt im Mittelfeld wie ein Fussballmaestro und lanciert Sorgic mit einem Steilpass. Dieser schiesst flach aufs Tor und trifft via Innenpfosten zum 0:1. Riesenfest in der Thuner Kurve.
Das Spiel bleibt hitzig. Erst räumt Glarner mit einem Foul Bua vom Feld - er sieht dafür Gelb, Bua muss verletzt raus. Alles Gute, FCB-Kevä. Dann kommt in der 44. Minute Hediger bei einem Eckball zur Topchance, doch rettet FCB-Goalie Hansen in extremis. Weniger erfolgreich ist in der 45. Minute Faivre bei einem Gewaltsschuss von Frei. Er kommt zwar noch an den abgelenkten Ball, doch kann er in nur noch ins Tornetz fausten. 1:1. Und noch nicht genug Dramatik in dieser ersten Halbzeit: Denn da ist auch Xhaka, der in bester Schafsecku-Manier mit dem Ellbogen in einen Zweikampf geht. Was auf nationaler Ebene gegen Schafsecku nie geahndet wird, wird in dieser Szene von Schiedsrichter Tschudi als gelbwürdig taxiert. Quasi mit dem Pausenpfiff fliegt Xhaka mit Gelb-Rot vom Platz. Das Stadion tobt. Und auch Thun-Kevä und ich benötigen jetzt ein Kaffee zur Beruhigung. Wir stellen überrascht fest: Für nur sechs Franken gibt es ordentlich Schnaps ins Kaffee fertig. 2018/2019 ist wirklich die Saison, in welcher der FCB grosszügig Geschenke an die Gegner verteilt. Thunfans.ch möchte betonen, dass unsere junge Dame Xy vom Litteringteam diese Schnapsgelegenheit auslässt. Vielleicht ist ja doch so jung, wie jeweils ihr Ticket vermerkt. Um künftige Thun-Skandale zu vermeiden, bleiben die Investigativreporter von thunfans.ch an dieser Geschichte dran. So stellen wir heute fest, dass sie bei den Kurvenliedern höher gumpet als alle andere Thunfans. Das spricht eigentlich für tägliches Seiligump-Training auf dem Pausenplatz.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit rechnen die Statistiker in unserem Sektor vor, dass der FCB schon zweimal in dieser Saison in Unterzahl spielen musste und dabei respektable vier Punkte geholt hat. Aber da Thun schliesslich stärker ist als Xamax und GC, rechnen wir trotzdem mit einem Sieg. Das Spiel bleibt aber ausgeglichen. Und da ist noch dieser Schreckmoment in der 62. Minute: van Wolfswinkel wird im Thuner Straumraum zurück gehalten und stürzt in einer Michi-Frey-Gedenk-Szene wie eine sterbende Ente. In allen anderen Saisons hätte der FCB in seinem Heimstadion diesen Penalty erhalten. Doch heute denkt Schiri Tschudi nicht einmal daran zu pfeifen. Es hat sich viel geändert im Schweizer Fussball.
Viel passiert nicht mehr. Beide Trainer kümmern sich vor allem darum, die vielen rotgefährdeten Spieler rechtzeitig auszuwechseln. Und so endet der Thuner Auftritt im Joggeli ohne weitere Siegesstumpen oder Siegespyros mit 1:1.