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Lausanne - Thun 0:2
13.05.2018Super League 2017/2018


Es ist Spiel Nummer 1 nach der Aeschle-Chilbi. Und vor allem Spiel Nummer 1 nach dem Ligaerhalt. Grund genug, um die Thunfans mit Böllern am Bahnhof Lausanne aus den Eigentlich-ist-ja-schon-Sommerpause-Träumen zu wecken? Wohl kaum. Ich jedenfalls werde mich nie an das laute Geknalle gewöhnen.
Immerhin ist das Spiel günstig wie kaum je zuvor. Minus zwei Franken für einen Matcheintritt? Kevä und ich staunen über das viele Münz in unseren Händen, nachdem wir das Kassenhäuschen passiert haben. Das Spiel erweist sich dann aber wirklich nicht als hochwertig, in der ersten Halbzeit sind allenfalls die Thunspieler (vergeblich) um Tore bemüht. Für die einzigen Farbtupfer sind die Thunfans in der Kurve besorgt. Ansonsten plätschert das Spiel vor sich hin, selbst die Lausanne-Fans sind trotz ultimativem Abstiegskampf einer eigenartigen Lethargie verfallen. Fast so wie Stöffu, der einem einzigen Schnupf unmotiviert seine ganze Trauffer-Dose opfert.
Erst in der zweiten Halbzeit gewinnt das Spiel an Schwung. Auch wenn die Szene mit einem Thuner Fehler beginnt. Denn in der 49. Minute will Glarner eigentlich Spielmann lancieren, der aber den Ball verfehlt. Doch dafür kommt Sorgic an den Ball, der zum 0:1 einschiesst. Gross unser Jubel.
Noch besser läuft es in der 62. Minute: Eckball Thun und nun haut Spielmann den Ball rein. Jetzt machen sich die Lausanne-Fans bemerkbar – mit Pyros inklusive Schmeissen aufs Spielfeld und Spielunterbruch.
Zehn Spielminuten folgen. Wobei der Ball wegen mehreren Auswechselungen kaum noch im Spiel ist. Und dann macht bei uns in der Kurve das Gerücht die Runde, dass uns die Heimfans angreifen wollen. So rennen viele von uns ganz nach oben im Sektor, weil wir wie früher den Angriff über das benachbarte Trainingsfeld vermuten. Doch dort hält nur ein einsamer Polizist Wache. Stattdessen kommt es dann im Stadioninnern auf der Tartanbahn zu Tumulten. Die Lausanne-Fans versuchen, unseren Sektor zu stürmen. Die Mutigeren unter uns stellen sich dem Angriff entgegen. Wir besonneren (betrunkenen) Thunfans warten dagegen darauf, dass die Stadionsicherheit doch mal ihre Arbeit macht und das Spiel dann endlich weiter gehen kann. Doch der Wiederanpfiff ertönt und ertönt nicht. Schliesslich wird auch uns klar: Spielabbruch. Und so verlassen wir pünktlich, aber ohne 90 Minuten Fussball gesehen zu haben, das Stadion. Mit zwei Toren und hoffentlich drei Punkten mehr. Werden wir Lausanne vermissen? Mais non, Lausanne c’est fini!