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Thun - Southampton 4:2
13.07.2010Testspiele 2000 bis 2017


Überfüllte Busse in Thun vor einem Fussballspiel? No way. Da ist das Gedränge ja noch grösser, wenn die Thuner Seespiele das Leben eines gescheiterten Berner Frisurenspezialisten nachspielen (nein, gemeint ist nicht Seydou D., sondern Kari D.). Damit in Thun die Busse überfüllt sind, braucht es schon eine 50-köpfige Kinderschar, die samt Leiterpersonal um 18.00 Uhr in den schon anrollenden Bus hineindrängt. Wirklich geniale Planung. Und so wird aus einer eigentlich angenehm kurzen Busfahrt eine über 10-minütige Höllenfahrt. Wie kommts eigentlich, dass im überfüllten Bus DB-mässige 40 Grad+ herrschen, obwohl doch die Aebikurve-Wetterfrösche ein Gewitter samt Spielabbruch prophezeit haben?
Als ich im Stadion eintreffe, sehe ich eine ausgeglichenes Spiel. Die Thuner halten mit den englischen Gegnern mit. Dann ein Angriff der Thuner, ein Foul und Scarione legt sich den Ball zum Freistoss zu recht. Und er platziert ihn wunderschön im Netz. 1:0. 13 Minuten sind gespielt, 500 Thunfans jubeln.
In der Folge kommt Thun zu weiteren Chancen, ja erspielt sich ein klares Chancenplus. Als nach 25 Minuten das Spiel unterbrochen wird, scheint es erst so, als ob der Southampton-Coach aus Ratlosigkeit ein Time-Out genommen habe. Doch in Wahrheit ist es ein Hitzebreak, damit die Spieler genügend trinken können. Für einen Thuner kommt der Unterbruch zu spät. Verteidiger Matic ist nach einem Foul liegen geblieben und humpelt nun vom Platz. Seine Auswechslung ist leider mehr als eine Vorsichtsmassnahme. Er wird zur Untersuchung ins Spital gebracht.
Thun spielt auch ohne Matic sicher, im Tor zeigt Da Costa eine souveräne Leistung. Er wird allerdings nur selten geprüft. Einmal wehrt er einen Schuss miraklulös nach vorne ab. Ein Southampton-Stürmer kommt zwar sofort an den Ball, doch wehrt Da Costa den Schuss gekonnt ab. Allerdings: Die Fahne des Fähndlima ist zu diesem Zeitpunkt schon oben.
Schliesslich ist Thun wieder an der Reihe. Ein schöner Angriff endet in der Minute mit einem Pass in den Fünfer. Dort steht Deimiri und schiebt den Ball ins Tor ein. 2:0. Und in der Nachspielzeit fasst Proschwitz allen Mut und schiesst mit einem hoch platzierten Weitschuss gar das 3:0. Schöner kann Fussball nicht sein?
Oder etwa doch? Gleich nach Wiederanpfiff zaubert der eingewechselte Rama auf dem Rasen. Erst trifft er nach 52. Minuten den Pfosten, dann trifft er in der 56. Minute zum 4:0. Wunderprächtiger Ballzauber.
Vor allem Dudu könnte das Skore gar noch weiter erhöhen - wie und warum nicht sei hier aber nicht erwähnt. Die gegnerischen Super-Super-League-Strategen lesen hier schliesslich mit.
Zu Null spielt Thun dann doch nicht - trotz der gewohnt zuverlässigen Leistung von dem mittlerweile im Tor stehenden Aufstiegsgoalie Stulz. In der 82. Minute erzielt Lambert (und nicht Lampard, denn dann würde das Tor ja nicht zählen) das 4:1. Und in der 87. Minute macht Fonte mit dem 4:2 noch etwas Resultatkosmetik. Trotzdem stimmt nur einer der mehreren mitgereisten Southampton-Fans einen Brit Pop-Song an: "Oh, when the saints go marching in..." Heilliges Glück haben die Engländer ja, als der in bestechender WM-Form pfeifende Schiedsrichter Graf eine Notbremse am Dudu nur mit einem Freistoss ahndet. Solch eine Aktion müsste auch in einem Testspiel eine Holländer Karte nach sich ziehen.
So endet das gemäss Redman einzig wahre Testspiel aller Zeiten tatsächlich 4:2. Dass Stulz allerdings an Ort und Stelle einen Mehrjahresvertrag erhalten hat und per sofort und für immer und ewig in England spielen wird, ist dann aber doch nur ein Gerücht.