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Thun - Grenchen 3-1
13.02.2001Testspiele 2000 bis 2017


Endlich mal wieder ein Match im Stadion und nicht auf den Schwingplätzen ringsum. Nur kalt ists halt und leer. Fast so wenig Zuschauer wie an einem gewöhnlichen Meisterschaftsspiel also, sagen wir 20. Und diese drängeln sich aus Furcht vor der Kälte nahezu allesamt auf der Tribüne, so auch Sascha und ich. Von da aus verfolgen wir erst aber nicht die Spieler auf dem Rasen, sondern die Läuferinnen auf der Laufbahn: Die hübschen Mädchen vom LVT rennen nämlich um die Wette. So lauten unsere einzig herzhaften Anfeuerungsrufe an diesem Abend auch nicht "Hopp Thun", sondern "Hopp hopp hopp" - für die Mädels gedacht. Doch die verschwinden nach rund zehn Spielminuten.
Um die selbe Zeit verschwindet irgendwie auch die Abwehr der Solothurner Gäste und so lautet es nach 11 Minuten 1-0 für Thun. Der Torschütze sei hier nicht verraten, wir wollen doch den Luzernern keine Tipps für das Sonntagsspiel geben. Wobei... Luzern-Trainer Andy Egli ist ja höchstpersönlich im Stadion anwesend und schaut sich das gnadenlose Duell zwischen 1.Liga-Mannschaft und NLB-Team an. Er sieht durchwegs stürmende Thuner, die jedoch selbst die grössten Chancen mal wieder auslassen. Erst in Minute 40 folgt das 2-0. Und dann schon die Pause.
Da genehmigt sich Sascha so ein meterdickes Sandwich, während ich mich mit einem Apfelpunch beschwipse. Allerdings glaube ich, dass die Fans am Nebentisch vielmehr beschwipst sind, prophezeihen die doch für das Cupspiel mindestens 3000 Zuschauer. Denkste, jetzt wo Kultfigur Carlos aus dem Team zurückgetreten ist, ist das Team doch kaum mehr interessant. Oder wer wäre denn noch Kultfigur genug, um die Zuschauermassen ins Stadion zu locken? Zanni vielleicht? Der Ballzauberer mit der Sieben spielt selbst im Test nur wenige Minuten, zu wenig um die Girls anzulocken. Und Chris, der Mann für Liebhaber gerösteter Fussballkost, tribbelt zwar schön Tage vor dem grossen Spiel, aber mehr als ein 3-0 schaut auch bei ihm nicht raus. Und die Abwehr kann die Zuschauer erst recht nicht begeistern. Der Wille zum Körperkontakt fehlt, ein abschliessendes 3-1 wird auch noch Tatsache.
So gehen Sascha und ich völlig erfroren und geistesgeblitzt heim: Am Sonntag werden die Thuner zwar recht laut (endlich wieder mit Lärminstrumenten) sein, aber wenig zahlreich. Da hilft selbst sämtliche Verstärkung aus Leissigen nichts. (Jawohl lieber Leser, das ist eine Anspielung ganz allein für Fanclubmitglieder... man kann doch nicht alles verstehen wollen...)

Matthias Engel