Thunfans » Spielberichte » Super League 2019/2020 » Thun - Luzern
Thun - Luzern 1:1
22.02.2020Super League 2019/2020


Ein Verkehrsunfall in Hilterfingen überschattet das heutige Spiel. Laute Knalls, Brandverletzungen und selbst Blaulichtfahrten mit der Ambulanz ins nächste Spital - Mattängs 7:1-Bürglifelderlebnis lässt grüssen - sind uns von den Thunspielen zwar bestens bekannt. Aber wenn vor der eigenen Haustüre ein Auto in eine Rollerfahrerin knallt, wird selbst der grösste Thunultra bleich im Gesicht. Selbst wer wie wir mitten im Abstiegskampfscheiss steckt, merkt plötzlich, dass es Wichtigeres gibt im Leben. Gute Freundschaften zum Beispiel. Apropos gute Freunde verzeihen alles: Mattäng kann heute mit Playoffbart das Spiel ungestört verfolgen, obwohl rund um ihn lauter SCB- und Langnaufans stehen. Nicht mal Partykernen diskutiert mit ihm über die provokante Gesichtsfrisur. Wine more more ist das Freundschaft. Diskutiert wird aber in der Thunkurve eifrig darüber, weshalb Hockeylegende DiDo heute nicht im Langnauaufgebot steht. So übersehen Langnauer wie Freiburger im Fanblock, wie sich Sutter in der 4. Minute einen Aussetzer leistet. Als letzter Mann will er Margiotta austricksen und legt ihm den Ball dabei ideal für ein 1:1 gegen Faivre auf. Der Luzerner nutzt die Chance eiskalt zum Führungstreffer der Gäste aus.
Es ist ziemlich neblig bei dieser Szene in der It‘s always sunny in Thun-Arena. Denn kurz nach Anpfiff hat die FCL-Fankurve einen Pryogruss Richtung Thuner Polizeichef Siegenthaler gezündet: „Wenn ehr üs wend d‘Fahne näh mond er allne SV gä!!“ Gspässiger Dialekt. Aber Recht haben sie die Männer (und Frauen) vom Mond. Thun dagegen zündet heute erneut nicht. Seit unserem Moskautrip sind wir aus vielerlei Hinsicht auf Sparflamme unterwegs. Dazu passt, dass heute auf dem Männer-WC ein Portemonnaie voller Ausweise, aber ganz ohne Geld gefunden wird. Ein übler Diebstahl oder bloss der Geldsack von Lloyd?
Thun kämpft sich derweil umgehend ins Spiel zurück. Schon in der 7. Minute erzielt Castroman das 1:1. Wir jubeln, doch Schiedsrichter San - er ist nicht unser Freund heute Abend - sieht es anders. Er ahndet ein Abseits von Rapp und gibt den Treffer nicht. Doch Thun lässt nicht locker. In der 8. Minute gibt es einen sehenswerten Doppelpass von Munsy auf Rapp und prompt schiesst Munsy zum 1:1 ein. Wow. Was für ein Spielbeginn.
Und damit nicht genug. In der 20. Minute lanciert Rapp wieder Munsy, der sich in bester Chuck Norris-Manier durch die Luzerner Abwehr kämpft. Thuner Tor Nummer 3 heute Abend. Und auch dieses zählt wieder nicht. Munsy soll Verteidiger Knezevic gefoult haben. Wir Thuner sind aber ganz liebe Zeitgenossen. So werden wir erst wirklich hässig, als wir hören, dass auch im fernen Zürich ein Tor nicht zählt, erzielt vom FCZ gegen Xamax. Aber wer will diesen Entscheid schon anzweifeln, steht doch dort mit Tschudi ein Schiedsrichter mit Neuenburger Hintergrund auf dem Platz.
Die Thuner kämpfen auch so weiter, vor und nach der Pause. Doch der Ball will trotz etlicher Chancen nicht mehr ins Netz. Nach 67 Minuten kommt für den zuvor so starken, aber inzwischen angeschlagenen Munsy Bandé ins Spiel. Was heute sogar Partykernen umgehend bemerkt, wie er wine more more in diesem Spielbericht vermerkt haben möchte. Sein Wille und sein Schnupf geschehe. Thun ist und bleibt das bessere Team heute und doch sind wir schon nur froh, dass der FCL heute kein Tor mehr reinhaut. Wir feiern den erkämpften Punkt fast wie einen Sieg und sind ganz mit Speaker Dänu, als der erst meint, dass mit der Auswärtsfahrt nach Xamax (für uns stimmt diese Ortsbezeichnung) ein kapitales Spiel auf dem Programm steht und dann im Spiel gegen YB gewiss ein Sieg drin liegt. Denn Dänu hat schon recht: Wer den FCB schlägt, muss sich vor YB nicht fürchten.
Doch unsere Gedanken gelten auch zum Abschluss dieses Spielberichts der Rollerfahrerin von Hilterfingen. Möge alles wieder gut werden!