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Luzern - Thun 0:2
11.08.2019Super League 2019/2020


Es war einmal eine WetterApp. Die erzählt dem Mattäng regelmässig Märchen von der bösen Frau Holle. Wie schon beim Auswärtsspiel in Lugano sagt sie für die Partie in Luzern Regen voraus. Frau Holle soll vom Himmel herab schütteln, wenn nicht in der ersten Hälfte, dann sicher nach der Pause. Nun gut, der Mattäng ist nicht mehr so leichtgläubig wie bei der letzten Ausfährtsfahrt und packt deshalb nicht mehr das FCT-Regenjäckli ein, sondern einzig seinen legendären Vaduz-Hut. Den immerhin kann er gut gebrauchen: Als Schutz vor der Zentralschweizerischen Sommerhitze nämlich. Denn auch heute ist weit und breit kein Regen ins Sicht. Aufs Maul, böse Wetter- und MärchenApp.
Ähnlich daneben mit seiner Wahrnehmung ist heute Schiedsrichter Bieri. In der 12. Minute pfeift er gegen Thun wegen eines angeblichen Rückpasses, den Faivre in die Hand genommen hat. Erst nach dem Pfiff erinnert sich er an Schirikritiker Dänu oder vielleicht auch nur an den VAR. Ja, diese Saison sind solche Fehlpfiffe nur noch schwer an den Mann und die Frau zu bringen im Stadion. Und so nimmt Bieri seinen Entscheid zurück, es gibt Schiriball für Thun. Es spricht nicht gerade für das Niveau der Partie, dass diese Szene der grösste Aufreger in den ersten 30 Minuten ist. Luzern kommt erst in der 16. Minute durch Eleke zum ersten Eckball. Kaum vorstellbar zu diesem Zeitpunkt, dass sich die Luzerner bis Abpfiff neun Eckbälle erkämpfen werden. Das erste Tor erkämpfen sich aber die Thuner und das doch tatsächlich bei einem der wenigen FCT-Eckbälle, die doch so überhaupt nicht das Fachgebiet unseres Teams sind. Der Eckball an sich führt zwar noch nicht zum Erfolg, wohl aber die Flanke, die durch den Abpraller im Luzerner Strafraum entsteht. Unser Lieblings-Japaner Havenaar schiesst zum 0:1 ein. Nach 31 Minuten führt Thun.
Noch nie hat der FCL in der aktuellen Saison in Halbzeit 1 getroffen. Und dank einer Glanzparade von Faivre gegen Ndiayes bleibt das auch heute so. Weil zudem Rapp eine Topchance aus fünf Metern vergibt, lautet der Pausenstand 0:1.
Das Spiel bleibt auch nach der Pause träge. So schauen sich Särlä und Mattäng am Handy den Schlussgang vom Bernisch-Kantonalen Schwingfest am Handy an. Immerhin dort steht heute ein Glarner auf dem Bitz. Das bringt aber gar keine Ultrapunkte, lieber Mattäng. Wenigstens wird das Fremdschauen nicht noch belohnt, endet doch der Schlussgang im fernen Münsingen nach einer ähnlich energielosen Darbietung wie hier in Luzern mit einem Gestellten.
Luzern tritt derweil Eckball um Eckball ohne aber wirklich gefährlich zu werden. Die beste Chance hat noch Schürpf, doch scheitert auch er am heute grandiosen Faivre. Da sind bereits 88 Minuten gespielt.
Thun unter Druck? Kann sein. Aber Thun auch am Kontern. Und das mit Erfolg. In der 91. Minute scheitert zwar erst Salanovic, doch Kablan reagiert blitzschnell und schiesst zum 0:2 ein. Der erste Saisonsieg und Tabellenplatz 4 sind Tatsache.
Später an diesem Sonntag regnet es dann tatsächlich noch in Luzern. Aber da sind Mattäng und alle anderen Thuner längst auf der feucht-fröhlichen Heimreise und feiern den Sieg - und ein wenig auch noch den heutigen Geburtstag von Fanclublegende. Herzliche Gratulation und Prost!