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FCZ - Thun 3:0
15.05.2019Super League 2018/2019


Es ist ein Abend voller Überraschungen. In Zürich gibt es doch noch eine gute Fussballmannschaft. Und die schafft es tatsächlich, 90 Minuten lang Fussball zu spielen, ohne dass sich ihnen Gegenspieler oder Thurgauer Schlachtenbummler ernsthaft in den Weg stellen. Und Thun auf der anderen Letzigrundseite schafft es, so ganz ohne Capo Stimmung zu machen. Jedenfalls 30 Minuten lang. Der Capo taucht später doch noch auf – wie für jeden richtigen Ultra hatte sicher auch bei ihm das Beschaffen schöner Kleider höhere Priorität als 90 Minuten Fussball, auch wenn er vermutlich für seine Kleiderbestellung zu einem richtigen Herrenschneider statt zu Herrn Schneider ging.
Apropos Herr Schneider. So wie er heute fadegrad in die Kamera gelogen hat, dass Thun eine erfolgreiche Rückrunde spielt, wollen auch wir von thunfans.ch hier den schönen Schein wagen, dass es für Basel am Sonntag sicher nichts zu gewinnen gibt. Deshalb streiten wir mit Vehemenz ab, dass Thun heute angeblich dem FCZ klar unterlegen gewesen sein soll. In den ersten 30 Minuten hatte Thun ein leichtes Chancenplus und von der 40. zur 90. Minute hat unser Team souverän und abgeklärt auf Resultathalten gespielt. Schön beispielsweise die Aktion in der 23. Minute, als nach schöner Vorarbeit von Stillhart und Spielmann Costanzo von der Strafraumgrenze abziehen kann und die linke Torecke ins Visier nimmt. Knapp nur saust der Ball am Pfosten vorbei. Nahezu perfekt auch Costanzos Freistoss wenig später von rechts in Richtung Strafraum, der herauslaufende Brecher muss den Ball in grösster Not aus der Gefahrenzone wegfausten.
Ganz kurz wollen wir uns aber doch diesen zehn ominösen Minuten dazwischen widmen. Halt einfach auf Berndeutsch, damit es auch ja kein Basler versteht. Auso de haut. Ir drissigste Minute gits e grosse Fähler ir Thuner Abwehr. Am Afang vo dere Gschicht steit dr Glarner, wo ohni Grund i eiget Strafruuum spiut, dr Bau aber nid richtig breicht. So chuunt statt em Sutter dr Ceesay a Bau. Dr Sutter passt zwar uf, isch aber so e Pajass, dass ihm nüt gschiders i Sinn chunnt, als dr Ceesay liecht z’müpfe. Suuf no meh! Das längt scho für e Erlachner, um uf e Penaltypunkt zeige. Dr Kololli leit also dr Bau häre u breicht dä vou ids Gou. Eis zu Nou für e Äf-C-Zätt. Ir füfedrissigste Minute chunnt dä cheibe Bau när scho wieder vors Thuner Gou. Dr Rüegg chöpflet, doch cha e Thuner dr Bau mit Chüeh-Müeh abwehre. Nume flügt dä Bau usgrächnet zum Odey, wo dä Bau eifach so über dLinie stogglet. Zwöi zu Nou für e Äf-C-Zätt. Wine more tuet das weh! U das längt dene Grossstadt-Laferis immer no nid. Ir siebendrisisgste Minute chunnt dr Bau wieder über di lingi Site, wo Thun eifach i jedem Match umechauberet statt ufzpasse. Dis Mau isch dr Ceesay dert parat u hout dr Bau ids Netz. Drü zu Nou für e Äf-C-Zätt. Wo fäuts!? U ir nünedrissigte Minute hei di Iheimische scho wieder e gueti Glägeheit für es luuts Juchze. Da di Flange aber abverreckt, blibts bim Drü zu Nou. Das si itz würklech zäh Minute gsi wo Angst mache für e Räscht vor Saison u vor auem für e Cupfinau.
Wechseln wir wieder zurück ins Hochdeutsche. In der zweiten Halbzeit, die anders als bei GC hier wirklich 45 Minuten dauert, hat Thun noch zwei, drei Chancen. Positiv fallen besonders Costanzo und Salanovic auf, während nebst dem sowieso nicht spielenden Tosetti nun auch Sorgic und Spielmann für das Spiel der Spiele vom Sonntag geschont werden. Ihre Auswechslung ist clever, denn in so einer Meisterschaftspartie kann Thun auch eine ganze Halbzeit lang mit einer B-Elf zu Null spielen.
Deshalb sei der Fussballschweiz und insbesondere allen Baslern gesagt: Wir Thuner sind parat für den Sonntag. Mir hole dr Cuppokal. Oder im besten Hochdeutsch: Wir holen uns am Sonntag den Cuptitel. Hopp Thun!