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Thun - Luzern 1:1
17.03.2019Super League 2018/2019


Meh blau für Thun! Es ist weder ein verspäteter Luzerner Fasnachtsscherz, noch eine Wahlkampfaktion von Meh-blau-für-Züri-Mattäng: Thun erlebt heute sein blaues Wunder und spielt in einem blauen Dress. Was für ein Hohn, auf diese klubfremden Farben „Härzbluet“ zu schreiben. In einem echten Thuner Büetzer und Schütteler Herz fliesst kein blaues Blut. Wenn bei uns Fans die Augen feucht werden, als vor dem Spiel minutenlang ein härzblütiger Thuner auf dem Spielfeld steht und von seiner Freundin mit Liebesworten überrascht wird, liegt das nicht am Heiratsantrag. Sondern an diesem blauen Dress. Wie kann man nur. Und das ausgerechnet in einem Spiel gegen Luzern.
Die Fankurve setzt gegen diese Marketingaktion ein farbiges Zeichen, in dem wir uns alle rot und weiss gekleidet haben. Entsprechend farbigen Rauch gibt es von unserer Seite aber nicht, endlich gibts mal wieder einen Protest gegen modernen Fussball ohne teure Raucherwaren. Die Luzerner Kurve begrüsst dagegen die beiden Teams mit blauem Rauch. Es ist die einzige Pyroaktion heute im Stadion.
Auf dem Feld bringt das blaue Arbeitstenu den Thunern kein Glück. Die in Weiss spielenden Luzerner übernehmen gleich das Spieldiktat. Ein erster Schuss von Vargas fliegt in der 4. Minute knapp übers Tor, in der 8. Minute köpfelt Schürpf den Ball an die Latte. Zu allem Übel kämpft Sutter noch mit Nasenbluten (wir stellen fest: es tropft rotes, nicht blaues Blut), so dass er in der 23. Minute durch Fatkic ersetzt werden muss. In der 37. Minute droht dann gar noch ein Elfmeter, als Rodrigues Vargas im Strafraum leicht touchiert. Doch der gut pfeifende Erlachner reagiert nicht. Zu einer weiteren heiklen Szene kommt es dann noch kurz vor dem Pausenpfiff, als bei einem Doppelpass-Angriff von Ndenge und Schürpf eigentlich das 0:1 fallen müsste. Doch Ndenge vergibt die Topchance.
Längst nicht alle im Fanblock sehen diese Szenen, wird doch eine der Thuner Blockfahnen im immer stärker werdenden Wind einfach wie ein Spanntuch hochgehalten statt geschwungen. Was soll das? Eine Fahne wird doch gemäss Ultratradition geschwungen und nicht möglichst fotogen hochgehalten, damit coole Bilder für Instagram entstehen. Nein zum modernen Fussball!
Ja, ich bin heute gereizt. Auch weil das Wetter in der zweiten Halbzeit immer schlechter wird, jetzt schiffet es auch noch, das Spiel aber nicht besser. Einen einsamen Schuss von Costanzo hatte Thun in der ersten Halbzeit zu verzeichnen und nach dem Pausentee bleibt Thun offensivschwach. Nennenswert ist erst wieder der Weitschuss von Schwizer in der 58. Minute. Auch er trifft nur den Pfosten, doch prallt der Ball von dort Zibung an den Rücken und so ins Tor. Ob Eigentor oder nicht, Hauptsache es steht 1:0.
Thun hat vorübergehend ein kleines Hoch, Sorgic könnte gar auf 2:0 erhöhen. Doch dann fällt der erste Luzerner Treffer, der von den Spielanteilen her verdient ist. Als in der 73. Minute Schneuwly mit einem weiten Pass angespielt wird, wollen die Thuner Verteidiger lieber den Offsidepfiff als den Ball erkämpfen. Doch es ist kein Abseits. Dafür aber ein Tor, weil der Ball weitergeleitet wird von Schneuwly zu Vargas, von Vargas zu Schürpf und von Schürpf ins Tor. 1:1.
Luzern ist nun wieder die stärkere Mannschaft. Insbesondere von Schürpf geht bei jedem Angriff Torgefahr aus. Auch als er in der 88. Minute im Thuner Strafraum leicht gestossen wird. Ausgerechnet von Glarner. Wir ahnen schon wieder Böses. Doch Erlachner pfeift wie erwähnt gut, sprich in dieser Penaltyszene erneut nicht.
Als der Schiri nur zwei Minuten nachspielen lässt, atmen die Thuner auf, sowohl die Blauen auf dem Platz, als auch die Roten und Weissen in den mit 7244 Zuschauern gut gefüllten Zuschauerreihen. Wobei etliche Fans nun wieder schwarz tragen, denn bei einem Wintereinbruch wollen auch heissblütige Fans nicht im roten oder weissen T-Shirt herumstehen. Trotz den nur zwei Minuten Nachspielzeit gibt es doch noch einen Schockmoment. Thun verliert nämlich nochmals im Mittelfeld den Ball, ausgerechnet bei einer Aktion, bei der Faivre weit vor dem Tor steht. Demhasaj reagiert blitzschnell und zielt von der Mittellinie aus wuchtig aufs leere Thun-Tor. Doch der Schuss ins Blaue knallt nicht ins Netz, sondern an die Latte. Vermutlich dank einer Windböe. Thun nun also auch noch im Wetterglück. Gut, ist dann Schluss mit dem Spiel, sonst hätte Thun heute auch noch resultatmässig ein negatives blaues Wunder erlebt.