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FCB - Thun 3:1
03.03.2019Super League 2018/2019


Heute geht meine Gsehsch dr Puck oder de Bölle-Tour de Suisse zu Ende. Es ist mein 7. Spiel in 10 Tagen. Bis anhin hat mir dabei der FCT wesentlich mehr Freude bereit als jene Lachnummer eines Hockeyteams, bei dem der Captain schon zufrieden ist, eine Punktezahl erreicht zu haben, die in einer ANDEREN Saison für eine Playoffquali genügt hätte. Einen Vorteil kann man aber dem Eishockey nicht absprechen. Nein, ich spreche nicht von fehlenden Schwalben, die in der Saison 2018/2019 nun leider auch auf dem Eis eingeflogen sind. Sondern von der technischen Errungenschaft namens Videobeweis. Nur im Fussball ist es 2019 immer noch möglich, dass ein Goalie einfach einen Stürmer umfausten kann, ohne dass die Aktion geahndet wird. Genau das passiert heute in der 4. Minute, als Bigler mit einer Flanke toll lanciert wird, jedoch prompt wegen den Fäusten von FCB-Goalie Omlin Sterne sieht. Warum Schiedsrichter Fähndrich da auf Abstoss Basel entscheidet, bleibt sein Geheimnis. Ein wirklich abstossender Entscheid.
Es ist nicht der erste Entscheid, den wir Thuner heute nicht nachvollziehen können. Sehr überrascht sind wir auch, dass Sorgic die Startminuten auf der Ersatzbank erlebt. Dabei ist er nicht nur FCT-Topskorer, sondern hat in seinen Jahren bei Thun schon sieben Tore gegen den FCB erzielt. All dieses Know-how fehlt heute auf dem Platz. Und so schiesst Basel heute das erste Tor. Ein ungenauer Pass von Faivre auf Kablan in der 16. Minute, van Wolfswinkel kann an seiner Stelle den Ball kontrollieren und zum 1:0 einschiessen. Die Muttenzerkurve jubelt und zündet nicht zum ersten und nicht zum letzten Mal heute ganz schön viel Pyro. Und das übrigens ohne Scheiss-Böller, die während meinem 7-Spiele-Trip ausgerechnet einzig in einem Hockeystadion, dafür aber gleich mehrfach explodierten. 1905 Minus-Ultrapunkte für Servette. Aber zurück zum Fussball- und Pyrofest in Basel: In der 32. Minute springt der Funke erneut vom Spielfeld auf die Basler Fans. Stocker lanciert Ajeti, der auf 2:0 erhöht. Der (von Omlin) niedergeschlagene Bigler ist da bereits nicht mehr auf dem Platz, Sorgic noch nicht.
In der 59. Minute kommt Sorgic dann endlich auf den Platz für den schwachen Da Silva. Wir sind da auf den Fanrängen schon etwas kritischer und etwas betrunkener. Jedenfalls diejenigen von uns, die ihr Bier nicht wegen einer Unachtsamkeit von Party-Kernen verloren haben. Aber zumindest auf den Fanrängen wird solch unsportliches Verhalten umgehend sanktioniert, auch ohne Videobeweis. Das Spiel hat derweil Basel längst im Griff. Und so überrascht es uns nicht, dass auch noch das 3:0 fällt, wenn auch erst in der 83. Minute. Ajeti legt passend für Zuffi auf, wobei der auch vom Durcheinander in der Thuner Abwehr profitiert.
Kurz stehen jetzt die Zeichen auf 4:0 und Kanterniederlage. Aber die Thuner sind ja schliesslich kein welsches Hockeyteam, sondern Berner Oberländer mit Herz. Und so erkämpfen sie sich wenigstens noch das 3:1, einer blitzschnellen Reaktion von Rodrigues bei einem Freistoss sei Dank. Dann ist aber Schluss. Pfiffe gibt es nicht von der Thuner Kurve. Aber auch keine Schönwetter-Welle, wie sie doch tatsächlich die Gottéron-Kurve am Freitagabend nach der zweiten Heimniederlage der Woche fertig gebracht hat. Thun mag heute keine Super League-Punkte auf dem Platz geholt haben, aber Ultrapunkte auf den Rängen. Auf gehts Thuner, kämpfen und siegen!