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Veyrier - Thun 1:5
18.08.2018Schweizer Cup 2018/2019


Was für eine Fanreise: Thun verschlägt es diese Woche bis ganz an die Landesgrenze, an der wir kaum noch die Einheimischen verstehen. Herzlich Willkommen in Appenzell Ausserrhoden. Gut, um Fussball geht es hier nicht. Sonst würden hier kaum die Thunfans Gelbschwarz tragen. Donnschtig-Jass in Heiden steht auf dem Programm - und ich bin mangels Thuner Europacupreisen in diesem Jahr mittendrin statt nur dabei. Der Ausflug in die Kein-Senf-Region lohnt sich, Thun gewinnt das Duell gegen Binningen.
Das bleiben aber längst nicht die einzigen Nutzlos-Kilometer in dieser Woche, führt mich kurz darauf auch die erste Cuprunde bis wir an die Grenzen des Ertäglichen. Thun kämpft heute gegen den FC Veyrier, den Klub der zehntgrössten Ortschaft des Kantons Genf, um den Einzug in die nächste Runde. Die mehrstündige Anreise - Abfahrt in Thun ist um 11.25 Uhr - ist voller Bier, Wein und Liebeserklärungen. Wo steckt bloss die alte Generation, die sich noch mit richtigem verschwitzen Sex zufrieden gegeben hat? Und nein, ein verfrühter Knall in Lausanne befriedigt uns längst nicht. Wichtig nimmt uns einzig die Genfer Polizei, die uns nach drei Stunden Anfahrt persönlich begrüsst und aus Spargründen sämtliche Läden im Bahnhof Cornavin zugesperrt hat. So nehmen wir halt gleich das Postauto Richtung Veyvrier. Einsteigen darf ungerwägs nur, wer die Gewichtskontrolle besteht. Also fast keine Französischsprachigen, aber doch die typisch Genf Dame, die mit drei Happy Birthday-Ballonen unterwegs ist. Wir stimmen kurz für sie die Geburtstagshymne an.
Zweieinhalb Stunden vor dem Match sind wir schon beim Stadion. Zeit für Bier, Wein und Wodka - und für weitere Liebeserklärungen. Diese Emmentaler wieder. Dumm übrigens die Idee, heute auch Stadionverbötler rein zu lassen. So bleibt niemand mit Weisswein vor dem Zaun, weshalb ich anders als letztes Jahr in Payerne schon allein aus trinktechnischen Gründen rein muss ins Stadion. Ich werde diesen Entscheid nicht hereuen.
Thun beginnt das Spiel mit viel Schwung. In der 7. Minute erzielt Hunziker das 1:0. Und dann erhöht der heute so starke Hunziker mit einem lupenreinen Hattrick erst auf 2:0, dann auf 3:0. Nach einer Viertelstunde scheint das Spiel entschieden.
Wir sind längst mitten im Weisswein - wer will in Genf schon Cardinal trinken - als Veyvrier in der 20. Minute das 1:3 erzielt. Torschütze Paratte. Doch Thun stellt den 3-Tore-Vorsprung noch vor der Pause wieder her, dank Faktic.
Die zweite Halbzeit ist dann Schaulaufen, mit wenig Toren - auf dem Feld - und viel Alkohol - im Zuschauerbereich. Einzig Ferreira trifft noch in der 59. Minute. 5:1 gewinnt Thun - gleich hoch wie in Neuenburg. Die Welle nach dem Spiel ist aber noch ausgelassener als am letzten Wochenende. Schliesslich verteilen die Spieler Karton mit Rot- und Weissweinflaschen. Das gefällt und schafft auch ganz viel Liebe. Santé!