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Weissenstein Bern - Thun 1:6
30.09.2009Testspiele 2000 bis 2017


Mattäng im Landbote-Mobil unterwegs in Bern. Kommt das gut? Meine Navigationshilfe besteht aus vier A4-Blättern, schwarz-weiss ausgedruckt. Im Ostring ab der Autobahn, komme ich nach dem Thunplatz-Kreisel ins Schwitzen. Wie immer muss ich bei der nächsten Gelegenheit "halb links". Da gehe ich lieber aufs Ganze - und sehe mich kurz darauf zu einem Wendemanöver in einer 30er-Zone veranlasst. Um Viertel nach Sechs bin ich dann aber doch beim Sportplatz angelangt - zwar nach Yakin und Gerber, aber vor praktisch jedem Thunspieler. Die irren in Fahrgemeinschaften durch Bern. Eine Equipe ist sogar beim Inselspital verschollen und muss notfallmässig abgeholt werden. Grund: Die Spieler haben allesamt auf GPS-Geräte vertraut, die den FC Weissenstein Bern nicht zu kennen scheinen. So verkündet halt der Speaker, dass der Spielbeginn auf 19.15 verschoben wird - also um 15 Minuten oder um eine ganze Pizza Hawaii.
Zeitprobleme hat aber auch der Heimklub. Die haben sich extra für das heutige Spiele eine neue elektronische Matchuhr gegönnt. Und wahrhaftig: Die Ziffern leuchten im hellsten Rot. Dumm nur: Wirklich zu funktionieren scheint die Matchuhr nicht, immer wieder hat sie Aussetzer. So müssen wir halt die Tore selber mitzählen.
Und in der Anfangsphase fallen die Tore im Minutentakt. In der 7. Minute kommt ein Thuner an der Strafraumgrenze zu Fall. Es gibt "nur" Freistoss. Lüthi macht sich bereit und versenkt den Ball rechts neben dem Torhüter. 1:0. Fünf Minuten später erst eine schöne Ballstafette, dann ein Durcheinander. Rama steht am richtigen Ort - 2:0.
Auch zwei Testspieler sind auf dem Platz. Der 23er ist Stefan Todorovic, der 27er trägt den klangvollen Namen Paulo Esteban Reckziegel. Und der trifft in der 25. Minute zum 3:0. Allerdings kann man sein Tor kaum als Glanztat bezeichnen, anzurechnen ist ihm bloss eine schnelle Reaktionsfähigkeit. Torhüter Markus Pulfer hat nämlich den Ball bei einer Abwehraktion schlichtweg fallen gelassen und dem Testspieler vor die Füsse geworfen. "Das passiert ihm jeweils auch in der Meisterschaft", verrät mir der Grillmeister.
Der richtige Moment, die Leistung des Verpflegungsteam zu analysieren: Ja, man isst wirklich gut. Hamburger, Bratwurst und Pizzen schmecken. Nur die Bierwarteschlange ist immer zu lang. Was bringt es, kühles Cardinal Lager im Kühlschrank zu haben, wenn die Anstehdauer die Pausendauer übertrifft. Passiert das in der Meisterschaft auch immer wieder?
Wobei anzumerken ist, dass die Pause wegen des verspäteten Anpfiffs kaum zehn Minuten dauert. So verpassen viele Fans das 4:0. Kavak trifft in der 48. Minute.
Das Speakerteam ist derweil bemüht, die Matchuhr in Gang zu bringen. Nach der Pause schleppen sie die Uhrenkonsole gar an den Spielfeldrand. Und tatsächlich: In der 52. Minute leuchten die Zahlen wieder auf - just in dem Moment, in dem Marius Wagner zum Sturmlauf ansetzt. Zuvor ist die 10 des FC Weissenstein nur durch ein Foul an Schindelholz aufgefallen. Doch nun zieht er durch und schiesst den Ball rechts unten ins Tor. Grosser Jubel über das 4:1.
Die beiden Testspieler spielen durch, sie zeigen im Mittelfeld eine solide Leistung. Doch ihren neuen Mitspielern können sie kaum wertvolle Impulse geben. Zweimal dürfen die Thuner dennoch noch jubeln: In der 75. Minute trifft Roux, in der 86. Minute Felix Häsler. Doch da übertönt schon der Champions League-Kommentar den Torjubel.
Minuten später schon schauen sich die Thuner Spieler bei vollen Pastatellern den Knüller Milan - FCZ an. Das Tor von Tihinen wird heiss diskutiert. Über Champions League-Erfolge wird beim FC Thun halt immer noch gerne gefachsimpelt. Bleibt einfach zu hoffen, dass auch wirklich alle Spieler nach Hause finden.