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Cham - Thun 0:1
21.10.2007Schweizer Cup 2007/2008


Zugoslawia! Zugoslawia! Neun Tage, nachdem Fribourgfans und Fribourgspieler in Zug regelrecht Freiwild waren und von den „Zuger Fans“ unter anderem auch mit Bierflaschen niedergeschlagen wurden, bin ich schon wieder in Zug. Cham trägt also seine Heimspiele neuerdings nur noch auf dem Sportplatz Herti aus – ärgerlich. Dieser Meinung ist auch der Fahrer des Mannschaftbusses, der ohne schlechtes Gewissen in Cham vorfährt und anschliessend von Käppeli einen Chamer Parkplatztipp will. Dumm gelaufen.
Überraschend ist auf der Herti auch die strikte Sektorentrennung. Dies bei 900 Zuschauern. Eine Stunde vor dem Spiel wird uns Thunern gar der Zugang zu der Stadionbeiz verweigert. Als ob jemand mehr konsumieren würde als wir. Erst im zweiten Versuch kurz vor Spielbeginn gelingt uns der Besuch der Stadionsrestaurants.EVZ-Mannschaftsföteli hin oder her – endlich sind wir in der Wärme.
Das Spiel sehen wir uns auf der Haupttribüne an. Schliesslich wollen wir besten Überblick über die Partie haben. Direkt hinter van Eck und Brand sitzen und philosophieren wir über zu schmale Hosen und zu breite Hintern. Das Spiel gibt derweil kaum zu Diskussionen Anlass. Thun spielt schwach, Cham spielt gar nicht. Zur Pause steht es 0:0.
Zur Pause gibt es mehr Bier und Wurst mit Senf. Immerhin. Und längst mit dem Innerschweizer Slang vertraut, grüssen wir alle Passanten mit „Hoi hoi“. Bei so viel Freundlichkeit überraschtes, dass auch in der zweiten Halbzeit die Chamer Fanecke lauter ist als die Thuner Fankurve. Das Spiel ist eine typische Cuppartie und somit kaum anzusehen. Thun hat einige Chancen, aber keine davon ist zwingend. Und auch die Chamer Reds bekommen immer wieder Chancen zur Führung. Will den Thun eigentlich wie St. Gallen und Aarau die nächste Runde nicht erreichen?
Als kurz vor Schluss schon alle mit der Verlängerung hoffen, trifft in der 87. Minute endlich Rama zum 0:1. Ein frecher, schöner Treffer, der zugleich die Entscheidung ist. Grund zum Feiern. Unverdient zwar, wie auch Präsi Weder nach Abpfiff in einem kurzen Gespräch zugibt. Aber so ist es halt oft im Cup: Egal wie schlecht das Spiel ist, der Oberklassige gewinnt einfach. Selbst in Zugoslawia. Heute bleibt es nach dem Match übrigens ruhig, die Zuger verzichten für einmal auf Flaschen- und Nummerschildattacken.