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St. Gallen - Thun 4:0
28.09.2019Super League 2019/2020


Kennt ihr noch den Li-La-Launebär? Ein bärtiger Kinderstar der 80er mit gewisser Ähnlichkeit zu Party-Kernen. Der Li-La-Launebär war immer gut gelaunt. Und das wollen wir nach dieser li-la-launigen Fulehungwoche auch bleiben. Also beschränken wir uns hier auf das Positive vom Match St.Gallen-Thun. Allen voran haben es heute alle Thunfans ans Spiel geschafft – auch wenn wie immer bei einem Spiel im Osten ein leicht angetrunkener und/oder übermüdeter Fan mit schwachen Bienen getragen werden musste. Doch dafür sind gute Freunde schliesslich da. Auch sympathisch die Geste der Thunfans Richtung der sämtlicher Fahnen beraubten Heimkurve: Ein Stimmungsboykott auch von uns, jedenfalls während der ersten Viertelstunde. Genauer gesagt setzen wir nach 13 Minuten 12 Sekunden mit unseren Liedern ein. Und singen dann fast eine Stunde lang durch.
Zu diesem Zeitpunkt haben wir schon den ersten Thuner Angriff gesehen. Der als einzige Sturmspitze herumwirbelnde Chihadeh geht schon in den ersten Zweikampf mit viel Aggressivität. Ein Tor erkämpft er sich zwar nicht, aber FCSG-Goalie Stojanovic bleibt nach der Aktion in der 4. Minute lange liegen. Die St. Galler sind also vor dem Drang der Thuner gewarnt. Schön auch der zweite Chihadeh-Angriff in der 9. Minute, bei der er nur mit viel Wucht von einem Verteidiger gestoppt werden kann. Da hätte man doch auch Penalty pfeifen könnte, oder nicht, Schiedsrichter Schnyder? Doch der Nicht-Pfiff wird dadurch ausgeglichen, dass zuvor auf der anderen Stadionseite auch eine Aktion von Glarner gegen Demirovic als nicht penaltywürdig eingestuft worden ist.
Ein gutes Zeichen ist es eigentlich auch, dass sich in der 24. Minute gleich fünf Thuner Verteidiger dem angreifenden Babic entgegenstellen bzw. dies zumindest wollen. Ein kleiner Schönheitsfehler, dass Babic trotzdem zum 1:0 einschiessen kann. Bei einer weiteren energiegeladenen Abwehraktion kann Sutter Demirovic stoppen. Nur verletzt er sich dabei dummerweise. Noch bevor er ersetzt werden kann, nutzt St. Gallen die vorübergehende Überzahl zum 2:0 aus: Nach einer Flanke des stets gefährlichen Demirovic schiebt Guillemenot den Ball über die Linie. Doch Thun gibt nicht auf und erzielt in der 37. Minute mit einem Freistoss fast den Anschlusstreffer. Doch Gelmi kommt zu spät. Ja, aus Li-La-Launebär-Sicht ist noch nicht alles verloren. Auch wenn viele in unserer Kurve so ziemlich alles an diesem Spiel verfluchen – sogar das angeblich schlechte Bier. Dabei bringt man das Bier mit etwas gutem Willen tatsächlich runter. Und mit noch etwas mehr gutem Willen kann man anerkennen, dass Thun in den ersten 20 Minuten nach Wiederanpfiff phasenweise das bessere Team auf dem Platz ist. Pech halt, dass der Doppelwechsel Tosetti/Rapp diesen endlich gefunden Schwung gleich wieder abwürgt. Und so schiesst halt St. Gallen auch den dritten Treffer des Spiels. In der 65. Minute jubelt Demirovic. Nun ist er endgültig der Mann des Spiels.
Es ist nun beste Kinderpartystimmung im Stadion. Gut, wir Thuner singen mittlerweile nicht mehr. Aber die FCSG-Fans lassen jeglichen Ostschweizer Stimmungsboykott vergessen und setzen eine La Ola in Bewegung, die mehrmals durchs Stadion kreist. Da klopft das Herz jedes Li-La-Launebären schneller. Und als dann Quintilla in der Nachspielzeit noch das 4:0 glückt, toben sowieso alle im Stadion. Da wollen wir Thunfans nicht weiter stören und verlassen unsere Kurve noch, bevor die Spieler in unsere Ecke kommen könnten. So braucht auch keiner zu pfeifen und spart Energie für die lange Heimreise.
Ja, so erlebt man als Li-La-Launebär dieses Spiel in St. Gallen. Kennt ihr übrigens noch das Lied der Doofen (ja, das war mal eine krasse Schlagerband) über den Li-La-Launebär?
Der Li-La-Launebär
Hat keine Sendung mehr
Er war der Megascheich
Im Fernsehtierbereich
Der Li-La-Launebär
Wurd Alkoholiker
Zum Frühstück schon ein Rum
Da fiel er um

Genauso fühlen wir uns heute Abend. Prost!