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Thun - Locarno 5:1
15.07.2017Testspiele 2000 bis 2017


Thun-Locarno statt Thun-Chiasso? Hauptsache Italien oder was? Nein, thunfans.ch ist nicht etwa ignorant gegenüber dem Tessin. Wir sind nur gleich nlb-untauglich wie der FC Thun. Genauso wie es unser Verein heute nicht schafft, ein Chiasso-Logo auf dem Stadionbildschirm zu präsentieren - stattdessen spielt der FC Thun gemäss der Einblendung gegen einen grauen FC Gast - schaffen wir es nicht, auf thunfans.ch einen neuen Verein mit neuem Logo hochzuladen. Verduzt stellen wir fest, dass wir hier noch nie über ein Spiel mit/gegen Chiasso geschrieben haben. Und noch verduzter sind wir, dass unsere Technik einen Chiasso-Spielbericht nicht zulässt.
Aber auch wir trauen dem Durchschnitts-Thunfan zu, dass wenn er Locarno oder eben Gast liest, sofort versteht, dass es um Chiasso geht. Er ist ja schliesslich auch clever genug, um zu merken, dass heute die Rotweissen in der Pause zu Hellgrünen mutieren. Trainer Schneider wechselt nämlich in der Pause nicht die Spieler, wohl aber die Trikots. Was natürlich sofort die Modekritiker von thunfans.ch auf den Platz ruft. Unser Style-Fazit: Das rotweisse Heimdress taugt vor allem dazu, Sion-Fans und -Spieler zu verwirren, ist aber grundsätzlich ganz chic. Das hellgrüne Auswärtsdress dagegen strahlt mal wieder einen Grässlichkeit-Chic aus, dass es wehtut. Ist das Dress als Skywork-Hommage gedacht? Ist wohl eher ein Skyfall. Nur gut, hat der Verein vorgesorgt und verkauft mitten zwischen Spielfeld und der überlangen Schlange beim Bierstand noch Trikots, Schals und Socken aus der Vorsaison. Eine geschäftstüchtige Idee, die Gemüter der Modekritiker zu beruhigen.
Wir schauen uns dann so lange am Rampenverkauf um, dass wir prompt die ersten Spielminuten verpassen (Bierfans wird das vor der zweiten Halbzeit nicht anders gehen). Als das muntere Toreschiessen beginnt, sind wir dann aber auf unseren Plätzen: 19. Minute Sorgic 1:0. 21. Minute Soumare 1:1. 21. Minute Hediger 2:1. Und in der 37. Minute setzt der starke Hunziker ein weiteres Zwischen und schiesst das 3:1. Über Hunziker wird viel diskutiert in den Fanreihen. Aber auch über den Schiri mit dem FIFA-Zeichen auf der Brust. Ja, hier pfeift eine Dame. Aber es ist nicht Esther Staubli. Das ist ja gerade zu rassistisch, bei jeder Frau im Stadion zu vermuten, dass es Esther Staubli ist. Hier pfeift heute Simona Ghisletta. Und sie macht ihre Arbeit besser als so mancher super Super League-Schiri. Und das ist auch wichtig, spielt doch Chiasso überhart. Doch auch so kommen die Tessiner nicht zum weiteren Torerfolg, Thun geht mit der 3:1-Führung in die Pause.
Die Pause dauert dann 15 Minute. Oder doch eher eine Stunde. Denn nach Wiederanpfiff tickt die Matchuhr nicht mehr. Was der Speaker erst nach dem 5:1 von Spielmann bemerkt. Da sind 57 Minuten gespielt. Und die Matchuhr startet mal so eben mit 45:01, 45:02, 45:03... Schliesslich wird ein Wahri Liebi-Bildschirmschoner eingeblendet. Thun hat wohl wirklich das einzige Computersystem, das noch pannenanfälliger ist als das von thunfans.ch.
Wenigstens auf dem Platz stimmt alles. Auch als Schneider nach den neuen Trikots auch noch neue Spieler auf den Platz bringt, bleibt Thun klar stärker. So braucht der eingewechselte Chris Kablan in der 76. Minute keine 120 Sekunden, um das 5:1 zu erzielen.
5:1. Wir können dem Sion-Match positiv entgegenblicken. Nicht nur wegen unseren Siontrikots. Auf in eine neue erfolgreiche Saison. Hopp Thun!