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Thun - Schaffhausen 1:2
07.07.2017Testspiele 2000 bis 2017


In der ABC-Fussballarena wird mir der Tarif gleich zu Beginn durchgegeben: 0 Franken Eintritt für den Helfer in der Reihe vor mir, 10 Franken für beschalte Fans wie mich und wenn ich mich als Hooligan entpuppe, muss ich nochmals an die Kasse zurückkommen und auf 20 Franken erhöhen. Da verhalte ich mich besser ruhig. Zum Glück sind auch die anderen Stadiongäste auf Deeskalation aus, selbst Schaffhausen läuft nicht in Gelbschwarz, sondern Kriensgrün auf. Nerven also nur noch die Insekten, die ausgerechnet im YB-Tenu in meinem Gesicht herumsurren.
Für mich ein Grund, mich stimmungsmässig zurückzuhalten. Es bildet sich auch so eine Fankurve, welche für die Thunspieler schreit oder besser gesagt kreischt. Die Spiezer Kinder haben sogar einen Banner aufgehängt und machen ordentlich Stimmung. Wobei: Muss die Lieder so schrill sein? Und ist die Seven Nation Army Melodie eigentlich noch politisch korrekt?
Nach 15 Minuten stellen die Kinder ihren Support aber bereits wieder ein. Was ist passiert? Es zeigt sich, dass es noch kritischere Fans als den Block Süd gibt. An der 10. Minute haben sie ja noch Freude. Thun geht durch einen Eckball in Führung. Wobei das Tor vor allem einem Goaliefehler und einem Strafraumgewühl zu verdanken ist. Torschütze Bürgy. In der 14. Minute tankt sich dann aber Schaffhausens starke Nummer 9 Barry durch die Thuner Abwehr, worauf es zum Foul und zum Penaltypfiff kommt. Sessolo setzt sich den Ball - der Block Süd-Experte neben mir rechnet mit einem Schuss links unten - und der Ball fliegt an Faivre vorbei links unten ins Tor. Grund genug für die Spiez-Kids, mit den Fangesängen aufzuhören. Fehlt eigentlich nur noch ein Ufwache, dFerie so verbi-Spruchband.
Nicht im Ferienmodus sind die Yakins. Die fordern in der Pause doch tatsächlich, das der Platz bewaässert weden soll. Ja genau, damit Schaffhausen das Pressing noch stärker aufziehen kann. Und nein, die drei anwesenden Soldaten sind auch nicht für eine Mineralwasser-Aktion zu gebrauchen. Ihnen muss man bereits gut zureden, dass sie in der zweiten Halbzeit einmal einen Ball suchen gehen, der über den ABC-Zaun geflogen ist. Gut passiert das nur einmal. Wobei in der zweiten Halbzeit überhaupt wenig passiert. Einmal fliegt der Ball bekanntlich über den Zaun und auch nur gerade dreimal Richtung Schaffhausen-Tor. Die Thuner scheinen jetzt tatsächlich in den Ferienmodus zurückzufallen obwohl oder gerade weil die Stammelf auf dem Platz steht. Oder haben sie ein Krienstrauma, das sie bei Spielen gegen grüngekleidete Teams lähmt? Schaffhausen sichert sich jedenfalls den Sieg - durch ein Tor von Cicek in der 58. Minute.
Was wir sonst noch mitbekommen in der zweiten Hälfte: Wer mehr Profil braucht, sollte sich auf Instagram anmelden. Und in Spiez sich Selfies der letzte Schrei. Jedenfalls weisst der Speaker gleich mehrmals darauf hin, dass um Punkt 20.50 Uhr das grosse Selfietreffen mit den Thinspielern stattfindet. Ob die Bilder gut gekommen sind, weiss ich nicht. Der Zug fährt vorher. Und die Shuttles ins Appalooza auch.