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Münsingen - Thun 0:2
09.10.2014Testspiele 2000 bis 2017


10 Franken für ein Testspiel gegen einen Erstligisten? Was vielleicht kürzlich bei der Partie Münsingen-YB übertrieben gewesen sein mag, ist bei der heutigen Affiche auf Sandreutenen mehr als gerechtfertigt. Schliesslich handelt es sich doch beim Spiel FCM gegen FCT doch um den vorgezogenen Cupfinal. Oder schafft es Trainerlegende Feuz etwa, Münsingen im Cup weiter zu führen als Thun? Münsingen wird jedenfalls immer mehr zur Fussballhochburg. Nicht nur, weil heute Abend gleich zwei Münsinger im Kader der Nationalmannschaft stehen (und angesichts der bisherigen Punkteausbeute der Nati vielleicht bald in deren Startelf), sondern auch weil es im Aaretal mittlerweile chic ist, die FCM-Farben zu tragen. Und so kann man beim Motto «Einmal Thun, immer Thun» schon einmal eine Ausnahme machen. Megaphon-Legende Iris ist heute ebenso mit Münsingen-Schal unterwegs wie Spielbericht-Legende Mattäng. Fehlt eigentlich nur noch Fanclub-Legende, doch der hat heute weder Lust auf Schleckzeug, noch auf Schal Made in Aaretal. Wenigstens ist er überhaupt am Spiel. Hier unterscheidet er sich von seinem YB-Pendant Grünig. Nachdem der kürzlich bei der Cupbierschwemme auf Sandreuteten mit seinen Kumpels ein lautes und peinliches Hopp YB angestimmt hat, weil angeblich YB gegen Buochs kurz vor Spielschluss ein Tor geschossen hat (nei, knapp daneben ist auch vorbei und ausgeschieden), lässt er sich heute nicht auf dem Münsinger Grün blicken.
Zahlreiche Thuner Stammspieler tun es Grünig gleich. Während Münsingen mit Fussballgrössen wie Lavorato, Aegerter und Frey (nein, sein Hobby ist nicht Entenfüttern) ins Spiel startet, stehen bei Thun folgende No-Names auf dem Platz: Leite; Wittwer, Schindelholz, Gafner; Mangold, Sutter, Bigler, Rawyler; Cassio, Causi und Kaludjerovic. Eine bessere U21, sprich eine durchschnittliche 2. Liga-Mannschaft mit brasilianischer Verstärkung. Und da es definitiv nicht das Jahr des brasilianischen Fussballs ist, ist von Thun in der ersten Halbzeit nichts zu sehen. Münsingen ist spielbestimmend und kommt zu drei, vier Topchancen. Das einzige Positive aus Thuner Sicht ist das Pausenergebnis: Es lautet entgegen dem Spielverlauf 0:0.
Würde Münsingen zur Pause in Führung liegen, könnte sich Mattäng vielleicht mit Feierbier stärken. Eine Stärkung wäre nämlich eine gute Sache für ihn, stolpert er doch mit seinen schwachen Beinen so unsicher über die Haupttribüne wie einst zu seinen besten Ostschweizer Wodkazeiten. Oder ist es etwa der Fussballgott, der ihn dafür straft, dass er sich einfach so einen anderen Schal umgebunden hat. Jedenfalls fällt er voll auf die Fresse, als er über eine einzige Stuhlreihe (überhaupt hat es auf der Haupttribüne auf Sandreutenen nur gerade zwei Stuhlreihen) klettern will.
Der Fall von Sandreutenen ist aus Thuner Sicht ein gutes Omen für die zweite Halbzeit. Thun bringt Frontino ins Spiel – und auch ordentlich viel Schwung. Plötzlich sind es die Gäste, die gute Chancen haben. Und sie sind um einiges kaltblütiger als in Halbzeit 1 die Aaretaler. Schon in der 55. Minute schiesst Frontino nach einer Flanke von Kaludjerovic das 0:1. Und in der 88. Minute trifft Kaludjerovic gleich auch noch selber. 0:2. Zumindest aus Thuner Sicht wäre ein Cupfinal zwischen Münsingen und Thun also trotz harzigem Beginn eine gute Sache. Und Mattäng würden ja sicher alle Thunfans all das Freibier nach den FCM-Siegen im Achtelfinale, Viertelfinale und Halbfinale gönnen, nicht wahr?