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Thun - Xamax 2-0
28.04.2002Auf-/Abstiegsrunde 2001/2002


Auf Wiedersehen! Ein Sprung und raus ist man aus dem Flugzeug. Unruhig
saust man durch die Luft, nimmt jeden kleinsten Lufthauch wahr. Hier oben
Wolken und sonst nichts, dort unten, wo das Ziel ist, Wasser (ein See!)
und eine Sportstätte (das Lachenstadion).Mit dem Fallschirm unterwegs
sein heisst ein Wagnis eingehen. Aber tut man als Mitglied der Piranhias-Truppe
nicht alles für die Fussballfreunde. Nervös wie die vielen Männer
da unten sind, können sie vor Anpfiff einer gar nicht so unbedeutenden
Fussballpartie nun wirklich jede Abwechslung gebrauchen. Hat es da denn
wirklich nur Männer? Nicht ganz, einige Frauen sind auch ausfindig
zu machen. So die beiden Vogt-Frauen, die einmal mehr am Souvenirstand
jeden Fanwunsch erfülllen. Oder da ist Iris, die noch ein letztes
Mal die Stimme ölt, um gleich wieder los zu kreischen. Oder Lydia,
die Fanclubikone schlechthin. Und schliesslich lauert da unten auch noch
irgendwo (Sexluder?) Tamara auf knackige Sportler aus beliebigen Sportarten. Aufgepasst also. Doch Gott sei Dank steht keine Frau auf dem Platz, mit
dem Herrn Leuba pfeifft ein äusserst zuverlässiger Schiedsrichter.
Und er pfeift ein erstes Mal zum Spielbeginn. Thun, seit fünf
Spielen sieglos, beginnt zaghaft, fussballkeusch sozusagen. Kaum ein Ball kullert vorwärts, einzig Ballhalten lautet die Devise. Xamax, nach einem Sieg gegen Wil endgültig gerettet, spielt ähnlich lieblos
und unmotiviert. Das Spiel plättschert daher in den ersten Minuten,
nur langsam lässt sich erkennen, dass es die Thuner sind, die das
Spiel machen wollen, ja machen müssen. Erste Angriffe werden gesichtet. Doch prompt erfolgt der grosse Rückschlag, Marco Parnela fällt
nach einem Zweikampf in der 20. Minute verletzt aus. So kommt notgedrungen
1. Liga-Held Stettler ins Spiel. Er macht seine Arbeit, wie bei den ersten
wenigen Xamax-Angriffen ersichtlich wird, souverän gut. Das gilt denn
auch für die ganze Thuner Verteidigung, inklusive Goalie Kobel.
Vorne dagegen, da scheitern die Thuner Stürmer, allen voran Rama und Raimondi, bei immer besser werdenen Chancen, vor dem Goalie. Sie sind
halt schon mehrere Hundert Minuten ohne Tor, die Thuner Helden.
So beginnt da unten das grosse Werweisen. Wer wird wohl das so herbeigewünschte
1-0 schiessen? 
Als Roger Küffer kurz vor der Pause frech abdrückt, glaubt
man erst den nächsten Fehlschuss verzeichnen zu müssen. Doch
ein Neuenburger Verteidiger lenkt den Schuss so unglücklich ab, dass
er (der Ball!) im Tor landet. 1-0 und die Sportstätte versinkt in
Jubel. Ausser Lydia, die ist da gerade am Getränkestand und verpasst
das Tor.
Pause. Die Windböen sind nicht allzu krass, es fliegt sich gut
Richtung Rasennähe. Dort spielt der Wind keine Rolle, so bleibt die
übliche Ballrichtung nicht dieselbe. Sie passt sich der Wanderung
des Xamax-Goalie an. Die Thuner drücken nun, sie sind ganz überlegen. Sie suchen unbedingt das 2-0, das sie gar selber erzielen wollen. Aber wessen Aufgabe ist das wirklich? Na die von Rama, der kurz vor Abschluss
der ersten Spielstunde tatsächlich das freie Netz vor sich sieht und
trifft. Sein Jubel ist so gross, dass er mit dem Trikot über dem Kopf
freudeschreiend vor den Thuner Fans vorbeirennt.
Eigentlich die Entscheidung. Wäre da nicht so eine geschwinde, wendige weisse Nummer 13 auf dem Platz. Fussballgott Freddy Chassot zeigt
da noch einmal sein Können. Tore jedoch schiesst er nicht, er dribbelt
an den Thuner Verteidigern einzig vorbei , um dann seinen Mitspielern mit
wunderbarsten Flanken zu besten Torchancen zu verhelfen. Doch da wird klar:
Es gibt keinen zweiten Fussballgott mehr im Neuenburger Team, zumindest
nicht bei fehlendem Siegesspirit nach bereits geschafftem Klassenerhalt.
So feiert Kobel, nicht zuletzt dank ein paar schönen Paraden, einen
verdienten Shotout.
Vorne hätten die Thuner noch ein paar Möglichkeiten, das
Skore zu erhöhen. Doch die Versuche scheitern und ein 2-0 gegen den
Leader ist ohnehin schon ordentlich schön. Kein Wunder wird bei Schlusspfiff gemeinsam mit den Fans die Welle zelebriert. Man spricht da von einer allfälligen Aufstiegsfeier am Dienstag, 7. Mai. Da warte Winterthur und zwei Tage vorher noch Luzern. Wenn Arau nur noch einmal verlieren würde...
So weit die Welt da unten. Fussball ist sicherlich schön, doch der echte Sportfreak hat viel mehr Spass am Fallschirmspringen. Wen interessieren schon Auf- und Abstieg wenn man fliiiiiiiiiiiiiiiiiiiegen kann.

Matthias Engel