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Thun - Biel 2:0
28.01.2012Testspiele 2000 bis 2017


Und noch ein Berner Derby in dieser Woche. Heute tritt Thun gegen die Gelb-Schwarzen an. Diese übertreffen in punkto Anonymität sogar noch die Münsinger: Der Klub tritt unter dem Namen «Gast» an, wie auf der Grossleinwand zu lesen ist. Das dazugehörige «Gast»-Logo ist in Grau gehalten. Tiptop, gebt Gelb-Schwarz keine Chance!
Die Thuner Berührungsängste mit der gelben Farbe geht so weit, dass Goalie Da Costa bereits nach wenigen Minuten zum Trikottausch gebeten wird. So macht er auf Bitten eines Betreuers eine kurze Stripshow und steht kurz im Unterhemd auf dem Platz. Sein gelbes Goalietrikot mit der Nummer 1 wird sogleich beschlagnahmt, er bekommt ein blaues Trikot ausgehändigt.
Da Costa kann froh sein, sich wenigstens bei diesem Outfit-Faux-Pas in Szene setzen zu können. Ansonsten geht es ihm wohl wie den etwa 300 Zuschauern im Stadion: Mangels nennenswerter Aktion macht sich die Januarkälte noch stärker bemerkbar. Mal tröpfelt, mal schneit es ein wenig. Kurzum: Es ist arschkalt und das Spiel todlangweilig. Ob Trainerlegende Lustrinelli wohl den Befehl herausgegeben hat, das Problem der schlechten Chancenauswertung damit zu lösen, indem man darauf verzichtet, klare Chancen herauszuspielen? Der Gelb-Schwarze Gast lässt sich jedenfalls durch die paar wenigen Thuner Weitschüsse nicht beirren. Dann aber fällt das 1:0 nach einem Eckball doch noch. In der 40. Minute drückt Schneuxty M. ab und landet den ersehnten Treffer.
Dass man gegen einen NLB-Verein (in jener Liga spiele «Gast» angeblich) auch etwas schneller zum Treffer kommen könnte, zeigt der vor der zweiten Halbzeit eingewechselte Lezcano. In der 51. Minute schiesst er zum 2:0 ein. Und doch ist auch weiterhin kein Klassenunterschied zwischen Thun und Gast feststellbar, weshalb wir stattdessen minutenlang diskutieren, ob und warum und wie stark die Sitzplatzgrössen zwischen den einzelnen Sektoren voneinander abweichen. Die Diskussion ist selbstverständlich laut und angeregt. Ganz am Schluss kommt dann aber noch richtig Stimmung auf. Nicht, weil Thun plötzlich aufspielen würde, sondern weil «Gast» gleich mehrmals überhart spielt. Der Schiedsrichter, dessen beste Aktion die kleine Jongliereinlage vor der zweiten Halbzeit war, pfeift aber zu wneig konsequent und verweigert Thun auch einen Penalty. Und sogar der allerletzte Pfiff ist falsch: Er pfeift ab, bevor die 90. Minute überhaupt abgelaufen ist. Vermutlich war der Herr mit der Pfeife, dessen Name mir unbekannt ist, ein «Gast-Schiri».