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Thun - Münsingen 4:0
25.01.2012Testspiele 2000 bis 2017


Mü Mü Münsige! Heute findet endlich wieder mal das wahre Berner Derby statt zwischen jenen beiden bernischen Fussballvereinen, die es verdient haben, als FC bezeichnet zu werden. Ein Hauch Gelb-Schwarz wird dennoch in DIE Arena hineingeweht, stehen doch bei Thun erstmals gleich zwei Schneuxty-Brüder im Aufgebot. Doch wie jeder Münsinger weiss, werden Fussballduelle hauptsächlich auf der Trainerbank entschieden. Mit Feuz Kurt verfügt Münsingen natürlich über eine Trainerlegende. Doch Thun hat sich gewappnet und direkt vor dem Spiel die (Weiter-) Verpflichtung einer eigenen Fussballlegende bekannt gegeben: Mauro Lustrinelli will nicht mehr länger Stürmer sein, sondern Assistent von Monsieur Challandes. Begreife, wer will. Interessant ist jedenfalls die Tatsache, dass es damit bei Lustrinelli bei einer einzigen vollständig als Thun-Stürmer absolvierten Saison bleibt. In den drei anderen Saisons bei Thun tauschte er jeweils im Winter das Trikot aus. Sind jeweils seine Steuerabrechnungen so hoch, dass er stets im Januar so wenig Stürmerbiss zeigen will?
In der Tat ist Lustrinellis Handschrift bereits im Spiel gegen Münsingen zu erkennen. Die Chancenauswertung ist in der ersten Halbzeit so kläglich, dass wir annehmen müssen, dass Mauro bereits eine erste zehnstündige Trainingseinheit mit den Thun-Stürmern durchgeführt hat. Unglaublich, was Leczano, M. Schneuxty und Co. alles für Chancen vergeben. Und wenn endlich mal ein Schuss satt und gezielt abgegeben wird, hat ganz sicher Lars Müller seine Hände im Spiel. Der Münsinger-Keeper spielt so souverän, dass in der Thuner Kurve Stimmen laut werden, dass Müller sogleich als Goalie verpflichtet werden sollte. Dass er dennoch nicht unbezwungen in die Kabine gehen kann, liegt einzig am Schiedsrichter Zimmermann. Ein Skandal, was der in der 44. Minute für ein Foul erfindet. Lezcano kann sich den Ball zum Penalty bereit legen. Er schiesst – muss aber mitansehen, wie Müller noch an den Ball kommt. Der Ball landet dennoch leicht abgefälscht im Tor. 1:0.
Nach der Pause fehlt Müller auf dem Platz. Auf der 70-Franken-Tribüne, wo wir mangels Champagner-Angebot (das Catering-Team hat einen freien Tag einbezogen) Billig-Bierdosen austrinken, geht das Gerücht um, Müller stecke schon in Vertragsverhandlungen mit dem FC Thun. Dem Trainergespann rund um Lustrinelli trauen wir schliesslich zahlreiche Toptransfers zu. Doch der eigentliche Grund für den Münsinger Goaliewechsel ist der Geburtstag des Ersatzkeepers John Gnehm. Und da will der natürlich spielen. Wir begrüssen ihn mit einem lautstarken «Happy Birthday». Ein, zwei Paraden später fordert zumindest Bruno auch seine Verpflichtung. Ob Feuz Kurt all diese Abgänge Richtung Thun akzeptieren wird?
Thun tut sich nach wie vor schwer. Erst in der 69. Minute trifft das Heimteam endlich aus dem Spiel heraus. Es ist ein Hammerschuss von M. Schneuxty. In der 74. Minute wechselt dann Feuz Kurt gleich fünf Spieler aufs Mal aus. Entsprechend gross ist das Durcheinander beim nächsten Thuner Angriff. Der erste Schuss knallt «nur» gegen die Latte (es ist der zweite Pfostenknaller der Thuner an diesem Abend), den Nachschuss versenkt dann aber Schirinzi ins Tor. 3:0.
Als Rama für die Schlussminuten ins Spiel kommt, nimmt der Druck der Thuner weiter zu. Die namenlose Elf der Münsinger – auf ihrem Outfit hat man trotz teils (über-)langen Trainerhosen keinen Platz für die Spielernamen gefunden – wehrt sich tapfer. Die Nummer 20 (sein Name sei hier bewusst nicht erwähnt) versucht in der 83. Minute eine Thuner Chance zunichte zu machen, schiebt dabei aber dummerweise den Ball über die Torlinie. 4:0. Zugleich das Schlussresultat. Dennoch: Während sich die Thuner unbedingt Gedanken darüber machen müssen, ob sie wirklich nur jede 10. Chance verwerten wollen, können die Münsinger mit ihrem heutigen Auftritt zufrieden. Gäu das sieht du auch so, Feuz Kurt!? Man sieht sich hoffentlich an der Münsinger Aufstiegsfeier. Mü Mü Münsige!