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Dürrenast - Thun 2:2
12.08.2009Testspiele 2000 bis 2017


Da spielt der FC Thun und ich stehe tatsächlich auf dem Spielfeld. Ja, heute komme ich zum Einsatz – als Fotograf. Ich muss die Startelf fotografieren. Aber nicht etwa die Thuner, sondern die Gegner. Für die führende Thuner 14-Tage-Zeitung Berner Landbote schreibe ich ein Porträt über den FC Dürrenast. Gleich am Spielfeldrand überprüfe ich, ob die Bilder geglückt sind. „Na Mattäng, ist die Kamera schon kaputt?“ wird hinter mir gelacht. Rama steht bei mir, endlich wieder im Thun-Dress. Doch im Gegensatz zu meiner Kamera ist wohl sein Dress kaputt. Er trägt nicht die 9, sondern die 3.
Überhaupt scheint mit den Trikots etwas nicht zu stimmen, die Thuner spielen im U21-Coop-Look, statt die NLB-Trikots zu tragen. Da wurden wir wohl wieder mal verarscht, hier steht nicht die erste Mannschaft auf dem Platz, sondern eine verstärkte U21. Auch Rama fehlt in der Startelf. «Das ist schon nicht die feine Art», meint sogar der FC Dürrenast-Präsident.
Ob die FC Dürrenast-Jungs aus Ärger mit so viel Power ins Spiel starten? Gleich nach Anpfiff tauchen sie vor Bürki auf. Adrian Nussbaum kommt frei zum Schuss und trifft zum 1:0. In der zweiten Spielminute. Ai ai ai.
Doch Thun fängt sich schnell auf, rasch spielen sie sich gute Chancen heraus. In der 16. Minute verstolpern aber gleich zwei U21-Angreifer den Ball vor dem Ball. Doch der Fussballgott ist gnädig und legt den Ball sogleich einem dritten Thuner vor die Füsse. Felix Häsler trifft zum 1:1.
Es ist das Spiel der Comebacks. Lüthi spielt endlich wieder, auch Andrist ist zurück. Nur Rama muss immer noch draussen bleiben. 1:1 lautet der Pausenstand.
Nach der Pause erwischen die Thuner einen Schnellstart. Sekunden nach dem Wiederanpfiff steht der eingewechselte Roux ist bester Abschussposition. Er nutzt seine Chance eiskalt, 1:2 in der 46. Minute.
Die Beine der Dürrenästler sind nun müde, das Spiel ist entschieden. So diskutieren wir, warum zwei Thun-Spieler freiwillig rosarote Fussballschuhe tragen. Oder warum ein Thunspiel gleichzeitig mit einer Musicalaufführung stattfindet. «Nein, die singen noch gar nicht. Das Musical fängt erst um 20.30 Uhr an.» «Nein, das Musical beginnt bereits um 19.30 Uhr.» «Wollen wir wetten…»Und so wetten Schoggipiuzli und ich tatsächlich, wann die musikalische Jesus-Kreuzigung auf dem Nebengelände anfängt. Wetteinsatz: ein Bier.
Etwa um 19.40 Uhr wird noch nicht gesungen, aber umso lauter geklatscht. Andrist geht vom Feld, für ihn kommt Rama ins Spiel. Selbst der Speaker begrüsst Rama mit ein paar netten Worten.
Dumm nur, dass Rama kaum an den Ball kommt, da die Thuner jetzt mehr denn je ihre Bälle verstolpern. Und das beim knappen Spielstand von 1:2. Kein Wunder, fangen die Dürrenästler wieder an, an eine Überraschung zu glauben. Und tatsächlich: Als Thun-Goalie Bürki eine Torchance nicht auf Anhieb vereiteln kann und den Ball nach vorne prallen lässt, reagiert ein Dürrenast-Stürmer schneller als er. 2:2.
Immerhin kommt wenig später, um Punkt Acht, endlich Stimmung auf. Die Aufführung der Seespiele beginnt. Womit die Musical-Wette überraschend mit einem Unentschieden endet – genauso wie das Spiel.