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Thun - Aarau 2:2
24.06.2009Testspiele 2000 bis 2017


Eine neue Erfahrung: Fussball in Niederbipp. Ein Fussballfeld namens Niederfeld – natürlich zwischen zwei Feldern. Aber ich will nicht spotten: Hier hats mehr Getränke- und Wurststände als in sämtlichen NLB-Stadien. Und zudem gibt’s das erste FC Thun-Vorspiel seit dem Sexskandal. Der FC Härkingen gewinnt 1:0 gegen den FC Niederbipp. Wieso alleridngs nach 60 Minuten schon Schluss ist, bleibt mir ein Rätsel.
Die eigentlichen Stars sind die Thuner und die Aarauer. Unser aller Starpotenzial ist so gross, dass der Speaker beim Verlesen der Mannschaftsaufstellungen betont, dass dieses Spiel in die Vereinsgeschichte eingehen wird. Ja, von mir aus.
Und doch ist das Spiel eher fade. Einzig der Fähndlima bringt Farbe ins Spiel. Statt Brügglifeld olé heissts heute Solarium olé. Immerhin schwatzt der Niederbipp-Giovanni immer wieder mit uns. "Claudia" (richtiger Name der Redaktion und evtl. dem Fähndlima bekannt) und Tom (ja, der heisst tatsächlich wie das Navigationsgerät) schiessen ungefähr 12 Fotos von ihm – pro Minute. Ja, das Spiel ist tatsächlich so langweilig.
Dies ändert sich natürlich ausgerechnet, als Tom und ich uns kurz vor der Pause Bratwürste holen. Wir verpassen gleich zwei Tore bzw. sehen sie nur aus dem Augenwinkel. Erst schiesst Faye in der 42. Minute fast trottelhaft lässig zum 1:0 ein. Dann verursacht Calapes in der 44. Minute richtig trottelhaft einen Penalty. Bengondo tritt an – übrigens gegen das YB-Wunderkind Bürki – und versenkt sicher zum 1:1. Unsere Bratwürste sind übrigens heiss und knackig.
In der zweiten Halbzeit ist Aarau klar besser. Von den Thunern fällt vor allem Wittwer auf. Tolle Kampfleistung, die er heute zeigt. Chapeau.
Das nächste Tor schiesst aber doch Aarau. Juanita trifft in der 66. Minute zum 2:1. Unser Fändlima Giovanni ist uns doch zu wenig treu, um im allgemeinen Chaos vor dem Tor ein Offside oder sonst was zu erfinden.
Nach den Aarauern jubeln die Niederbipper – als die Zuschauerzahl verkündet wird. „Wir bedanken uns bei 780 Zuschauern… wer richtig aufgepasst hat, weiss, dass das ein neuer Stadionrekord ist.“ Ich, anwesend bei einem neuen Stadionrekord… zuletzt hab ich das bei einem Thunspiel im Wankdorf geschafft. Wie heute natürlich ohne YB. Ist ein paar Jahre her.
Eigentlich müsste Aarau das Spiel gewinnen. Doch in der Nachspielzeit kommt Thun noch zu einem Eckball. Der Ball kommt in die Mitte, wird verlängert… und kommt vor dem Tor zu einem Herrn namens Henel. Und der trifft mit dem Kopf doch tatsächlich zum 2:2. Kein Wunder, bezeichnet ihn der Speaker als einer der Grössten, der bei Thun spielt. Wer bei Thun einen Eckball versenkt, hat auch seinen Platz in der Vereinsgeschichte verdient.
Noch bevor die Aarauer anspielen können, pfeift der Schiedsrichter ab. 2:2, fertig.
Die letzte Überraschung des Abends: Von drei verschiedenen Ausgängen ist nach dem Spiel nur noch ein einziger offen. Derjenige, der direkt zu den Mannschaftsbussen führt. Doch, doch, kreative Idee, liebe Niederbipper. Aber Vorzeige-Polizist R. Müller passt schon auf, dass alles ruhig bleibt. Da haben wir nochmals Glück gehabt.