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Thun - Schaffhausen 0:3
23.08.2008Challenge League 2008/2009


Trotz Regenansage sind erneut über 3000 Zuschauer am Spiel. Auch aus Schaffhausen hat ein Grüppchen den Weg nach Thun auf sich genommen, die Abarticus-Zaunfahne hängt im Gästesektor. Selbst sich bloss die Frage, warum an einem so trüben Spätsommertag so viele Leute wegen einem x-beliebigen Dosenbach-Spiel nass werden wollen. Mein Kumpel wurde von der Freundin noch gewarnt, dass dies eine dumme Idee sei. Doch er hat nicht auf sie gehört, sondern lieber mit ihr gestritten. „Du kannst wieder kommen, wenn du 100-Jährig bist“, hat sie ihm zum Abschied gesagt. Wenn sie wüsste, wie schnell man an einem FC Thun-Spiel altert.
Wir sind ohne unsere Freundinnen am Spiel. Dabei wüssten wir doch wirklich gerne, was sie vom modischen Auftritt des FC Schaffhausen halten. Die spielen in Türkis. In Türkis! Ob sie wohl eine Wette verloren haben? Oder hatten sie bloss Angst, dass bei ihren normalen Leibchen die Thunfans wieder alle ihre Anti-Gelb-Schwarz-Gesänge anstimmen würden?
Das Spiel selber ist schnell erzählt. Thun ist in der ersten Halbzeit die spielerisch und kämpferisch bessere Mannschaft. Doch was heisst das schon bei einem Dosenbach-Spiel. Die Angriffe sind nett anzusehen. Aber die Torgefahr hält sich in Grenzen. Immerhin erarbeiten sich die Thuner sechs, sieben Eckbälle. Doch kein Grund zur Torhoffnung, haben sie doch nach wie vor keine Ahnung, wie man Standardsituationen verarbeitet. Jeder Eckball ist noch etwas peinlicher als der andere.
Bei so viel Thuner Harmlosigkeit findet natürlich Schaffhausen immer besser ins Spiel. Es ist schliesslich Todisco, der in der 40. Minute zum 0:1 trifft. Den Kommentar zur Thuner Verteidigung erspare ich mir lieber. Doch halt, ich kann immerhin sagen, dass die Verteidigung beim 0:1 immerhin noch besser aussieht als beim 0:2. Bei diesem Treffer in der 53. Minute ist Stülzu wenigstens noch mit der Hand am Ball. Stamm darf trotzdem über einen Torerfolg jubeln. Bei solchen Szenen ist es um so schöner, dass Bettoni wieder zurück im Stadion ist. Er steht in der Thuner Fankurve.
Für besondere Höhepunkte sorgt der Speaker. Er erzählt er geschätzte 20 Mal, dass im vergangenen Spiel die rollende Bande dummerweise nicht weggerollt sein und liest sogar bei Thuner Angriffen die Namen der enttäuschten Sponsoren vor. Dann ruft er ein Kind und/oder betrunkenen Fussballfan auf, dass es unbedingt zum Haupteingang kommen solle. Dieser befinde sich beim Sektor A – Sektoooooooooor AAAAAAAAAA. Ja nicht zu verwechseln mit all den anderen grossen Haupteingängen in unserem schmucken Stadiontempel. Und schliesslich hat er genug von Torschütze Todisco und verkündet in der 76. Minute seine Auswechslung. Und zur Sicherheit verkündet er auch beim zweiten Schaffhauser Wechsel in der 82. Minute, dass Todisco jetzt also ganz sicher draussen sei.
Unsere Gedanken sind da längst bei Ädu Moser, der krank ist und deshalb für einmal nicht als Joker eingewechselt werden kann. Dabei hätten wir doch gerne gesehen, ob seine Frisur auch bei strömendem Regen hält. Irgendwann zwischen 0:2 und 0:3 setzt nämlich das angekündete Sauwetter ein. Da wird man so richtig schön nass und darf sich dabei erst noch anhören, wie während dem Anziehen der Regenmäntel plötzlich die Schaffhausen-Fans lauter sind als die Thuner.
0:3? Ja, in der 86. Minute schiesst Katanha Newton Ben noch das 0:3. Fertig. Die erst zweite Saisonniederlage fühlt sich schlimmer an als der eigentliche Punktverlust ist. Obs am fehlenden Siegeswillen gewisser Thunspieler liegt?
Ruedi Baumann hätte halt doch auf mich hören sollen und nur mit 9 Thunern gegen Schaffhausen antreten sollen, dann hätten wir jetzt wenigstens einen Punkt.

Im Übrigen hätte Bettoni einen Platz in der Thuner Stammelf verdient.