Thunfans » Spielberichte » Testspiele 2000 bis 2017 » Thun - Delémont
Thun - Delémont 5:4
16.01.2008Testspiele 2000 bis 2017


Pennt dieser Hottiger? Hat die YB-Sportcheflegende noch nicht gemerkt, dass das Mattedütsch, das seine Gelb-Schwarzen sprechen, Französisch ist und seine Young Boys in Wahrheit Délemont-Spieler sind? Somit ist das Spiel heute zwischen Gelb-Schwarz und Rot-Weiss gar kein Derby, auch wenn es auf Kunstrasen gespielt wird. Immerhin: YB ist nicht das einzige gelb-schwarze Team mit Kunstrasenpower. In der 13. Minute kommt Délemont zur ersten Chance – und gleich zum Tor. Emoefe kann unter Mithilfe des leicht desorientierten Thuner Siegfried das 0:1 erzielen.
Droht Thun ein Testspieldebakel? Die Reaktion kommt prompt, wobei aber nicht die auf dem Bitz stehenden Schönwetterfussballer Adriano und Iashvili für die Wende besorgt sind. Burgmeier zeigt vielmehr, was ein starker Ausländer alles können muss. Er erzielt in der 17. Minute den Ausgleich.
Kommt nun alles gut? Der Thuner Siegfried kommt wieder zum Zug. Der Held aus der Thuner U21 gibt in der 20. Minute einen katastrophalen Fehlpass. Er schiebt als letzter Mann dem Gegner den Ball regelrecht vor die Füsse. Ein (richtiger) Pass mehr und Emoefe steht schon wieder vor Bettoni. Er trifft erneut – 1:2.
Thun muss wieder einem Rückstand nachrennen. Entsprechend offensiv spielen sie. Thun kommt zu Chancen – wie in der Meisterschaft – und auch bald wieder zu einem Tor – das ist weniger wie in der Meisterschaft. In der 28. Minute steht Dosek am richtigen Ort und erzielt das 2:2. Und es kommt noch besser. Als ein Délemont-Verteidiger im Strafraum hart einsteigt, entscheidet der Schiedsrichter in der 38. Minute auf Penalty. Ob es diesen Pfiff wohl auch gegeben hätte, wenn nicht der Frutiger Grossen auf dem Platz stehen würde? Ausgerechnet Iashvili macht sich bereit. Er nimmt ein paar Schritte Anlauf, zielt und trifft tatsächlich. Thun führt 3:2.
Kaum ist der Ball wieder im Spiel, gerät die Thuner Verteidigung wieder unter Druck. Doch statt dem Thuner Siegried offeriert nun Bettoni den Gegnern die Torchance auf dem Silbertablett. Als Kalina alleine vor ihm steht, reagiert Bettoni schlichtweg nicht und freut sich wohl am blauen Himmel, anstatt sich eine Abwehrtaktik auszudenken. Kalina nutzt die Gelegenheit und schiesst zum 3:3. Der aus Thuner Sicht unerfreuliche Schlusspunkt einer verrückten Halbzeit.
In der zweiten Halbzeit steht Stulz im Tor und Rama im Sturm. Zwei gute Gründe, weshalb nun etwas Torruhe einkehren könnte. Und tatsächlich. Das Spiel flacht ab, es gibt kaum mehr Torchancen. Aber da schliesslich Hottiger am Spielfeld steht – oder vielleicht auch nur pennt – kommt es natürlich zur YB-Viertelstunde mit ganz vielen Schlüsselszenen. Das 4:3 für Thun fällt tatsächlich auch nach 75 Minuten. Es ist ein genialer Spielzug: Ein langer Pass von Scarione auf Andrist, dieser findet Rama rechts vom Tor direkt an der Linie, der trickst dort den Gegner mit seinem altbekannten Einmal-um-mich-herum-Trick und kann den Ball vors Tor schlagen, wo sein Mitspieler den Ball nur noch über die Linie schieben muss. 4:3. Erzielt wird es vom Spieler mit dem Zensurbalken. Wer bloss ist dieser namenlose Spieler mit der Nummer 26?
In der 81. Minute ist der Vorsprung der Thuner erneut weg. Mit einem Klasse-Direktschuss erzielt Grimm für Délemont das 4:4.
Doch Thun will dieses Spiel unbedingt gewinnen. Und tatsächlich bietet sich ihnen nur wenige Minuten später erneut die Chance zum Torerfolg. Der Treffer ist schön – und wurde erneut von der Nummer 26 erzielt. Nun wollen wir Mister X enttarnen und fragen bei Sportchef Gertschen nach. Der zweifache Torschütze heisst Pasquale Cupi und spielte zuletzt beim FC Köniz – in der 2. Liga! Wow.
So gewinnt Thun doch noch 5:4. Das Fazit liegt auf der Hand: Fünf Gegentore trotz mehrfacher Führung lassen aus Gelb-Schwarzer Sicht nur einen Schluss zu. Hottiger pennt tatsächlich.