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Thun - FCB 0:2
29.04.2007Super League 2006/2007


Kurz nach 14.00 sind 10 von 11 Händen oben, der Entscheid fällt fast einstimmig: Uns einst so wilde und umtriebige „Pilze“, uns Fly Agaric Supporters gibt es damit ab sofort nicht mehr als offiziellen Fanclub, sondern nur noch als Freundeskreis. Oder wie Kevin sagen würde: Wir sind jetzt ein unoffizieller Fanclub. Was das genau bedeutet, zeigt unsere Matchvorbereitung. Zu viert sitzen wir danach im Lachen-Tea Room, philosophieren über die Zukunftschancen der Handyentwickler (ja, Märu, auch nach fünf Jahre nach SMS und Worms gibt es noch x-fache Entwicklungsmöglichkeiten), erinnern uns an die Fahrt ans Xamaxspiel am Ostersonntag (ja Andy, damals quasi an Ostern war natürlich von Anfang an nur eine Minigolfpartie geplant) und warten auf den Winterthur-Bebbi (ja Röbi, fast eine Stunde auf jemanden zu warten, der nur Zeit für einen 1-Minuten-Schwatz hat, ist durchaus angemessen). Kurzum: Wir haben ganz viel unoffiziellen Spass miteinander. Ausser diejenigen giftigen Pilze natürlich, die wohl nur aus Rabattgeilheit in unserem Fanclub waren und sich nicht einmal an dem heutigen Tag in der Kurve gezeigt haben.
Anzumerken ist: Als vor dem Spiel die gefürchige Anti-Basel-Choreo hochgehoben wird, stehen natürlich ein paar Pilze in der vordersten Reihe, um die wilde Bild zu ermöglichen. Wie fluchen wir da zuerst noch, dass der Wind weht und das Hochhalten schwierig fällt. Schon beim Anpfiff wäre dies geradezu ein Wunschwetter für uns gewesen. Es scheint nämlich so, als würde sich der Fussballgott tüchtig über das Unoffiziell werden von uns ärgern. Er schmeisst nicht nur mit Regentropfen nach uns, sondern gar mit Hagelkörnern. Es ist ein saumässiges Wetter im Lachenstadion. Manch ein Choreoblatt wird so zum Mini-Schirm zweckentfremdet.
Immerhin resultatmässig soll es aber ein schöner Tag bleiben, schliesslich hat doch Basel seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr in Thun gewonnen. Aber ganz nach dem Motto, Basel-soll-wieder-Meister-werden, ist das Schiritrio bei einem Duell zwischen Thun und Basel mal wieder thunfeindlich eingestellt. Wir fühlen uns als Thunfans direkt in die Vizemeistersaison zurückversetzt. Als ob wir Basel noch gefährlich werden könnten… Und doch passiert in der 25. Minute ein Fehlentscheid, wie in Pétignant nicht besser machen könnte. „Smiljanic schiebt einen Cornerball via der Hand von Sterjovski ein“ wie auch die Presseleute richtig erkennen. Aber das Tor zählt natürlich. Hallo?!? Wie einst bei den zwei erfundenen Penaltys im Joggeli sollten wir jetzt eigentlich wieder mit Geldnoten winken. Aber wir wollen ja nicht, dass unser Geld im Regen zu Pflotsch wird.
Was den Ärger um so grösser macht: Thun ist die bessere Mannschaft. Sie halten nicht nur gut mit, sie kommen auch zu mehr Torchancen. Doch der Ball will wieder einmal nicht rein.
Der Wechsel in der Pause erfolgt aber nicht im Sturm, sondern auf der Goalieposition: Statt Bettoni spielt plötzlich Portmann. Was war da denn los? Im direkten Torhütervergleich sind keine Unterschiede festzustellen. Bei den wenigen Baselchancen hält sich Portmann einigermassen gut, während auf der Gegenseite Costanzo immer wieder gefährliche Schüsse mit Glanztaten abwehrt. Man ist versucht zu sagen: Stünde einer der beiden Thuner Torjungs im FCB-Gehäuse, Thun würde heute 5:1 gewinnen. So aber jubelt in der 90. Minute wieder Basel, Caicedo erzielt da das 0:2. Da regnet es wenigstens nicht mehr.
Schnellrechner stellen direkt nach dem Schlusspfiff fest: Jetzt trennen noch fünf Punkte die Thuner vom Barrageplatz, da ja Schaffhausen gepunktet hat. Bleibt zu hoffen, dass wir Pilze unseren unoffiziellen Spass – man denke da an den praktischen Spuck-Becker in Andys Kapuze oder unsere nicht ganz fussballbezogenen „Mond-Vater-Mutter“-Fangesänge - auch künftig noch rund um NLA-Spiele (von Thun natürlich!) haben werden und nicht in der NLB-Westschweiz. Dort verfahren wir uns eh viel zu häufig, ob nun Spiele stattfinden oder nicht…