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Thun - Sion 1-3
07.04.2007Super League 2006/2007


„DEM VEREIN ZU EHREN DAS BESTE GEBEN“. War das beim St. Gallen-Spiel noch das Motto einer grossen, mehrsprachigen Choreo, werden heute in der Fankurve „Mission Ligaerhalt“-Schals mit eben diesem Spruch verkauft. Nur auf deutsch, dabei wäre doch gerade eine finnische Version so sinnvoll gewesen.
Es ist bestes Frühlingswetter und wir Fans sind entsprechend hitzig, aber auch gut gelaunt. Schon vor Anpfiff wird gesungen. Als der Speaker verkündet, dass Rama von Anfang an spielt, jubelt gar ein Teil der Kurve.
Und dann dieses Spiel. Thun sieht heute nicht wie eine Absteigermannschaft aus, Thun hält nun gut mit, ja Thun spielt besser als Sion. Unsere Capos sind wilde Antreiber, sogar im Sionblock sind unsere Gesänge angeblich zu hören. Und das will im „Ich bin gar kein Stadion“-Lachen etwas bedeuten.
Und dann die 29. Minute. Rama bekommt weit vor dem Tor den Ball. Er schiesst aus der Distanz – und erzielt einen herrlichen Treffer. Der Nachmittag ist perfekt, alle Thunfans liegen sich in den Armen. Für einen Moment scheint das Abstiegsgespenst weit weit weg geflogen zu sein. Ich denke schon einen Augenblick daran, das Vergessene „Spass – Spass – Spassfussball“ wieder einmal anzustimmen.
Und dann holt uns der brutale Abstiegsalltag wieder ein. Noch während wir jubeln, läuft Portmann zögernd aus dem Tor hinaus und ermöglicht so dem ungedeckten Obradovic, den sofortigen Ausgleich zu erzielen
Es ist der Anfang vom Ende. Rama hat doch einmal eine Torchance – und stolpert wieder einmal. Die Thuner halten bis zur Pause allgemein noch mit Sion mit. Doch nach dem Seitenwechsel spielen der FC Thun erschreckend schwach. Unglaublich, wie viel Zeit Saborio in der 52. Minute im Mittelfeld erhält, um sich in eine realistische Abschussposition zu bringen. Ein Weitschuss – das 2-1.
In der 70. Minute eine weitere Szene unter dem Motto „Schlendern statt spielen“. Sion bekommt einen Eckball zu gesprochen und die Thuner spazieren gemütlich herum. Schnell wird der Eckball getreten, der freie Sarni kann das 3-1 erzielen.
Erst Totenstille in der Fankurve, dann Wut. Die Tatsache, dass Sion durchaus noch zwei oder drei weitere Tore erzielen könnte, sorgt für weiteren Ärger. Jeder Fan scheint nun einen Hassspieler auf dem Rasen zu haben, den er glaubt, anschreien zu müssen. Sei es ein Goalie, ein Verteidiger, ein Mittelfeldspieler oder ein Stürmer. Kritik an Schiedsrichterin und Fähndlima geht da praktisch schon unter. Gerade die langjährigen Fans merken: Thun sieht heute wie eine Absteigermannschaft aus.

Für folgende Aussage werde ich wohl gefesselt, geknebelt und bei Sigriswil in den Thunersee geworfen: Vier Spieltage lang müssen wir nun alle auch ein bisschen YB-Fan sein. Denn wenn der verhasste Kantonsrivale die je zwei Spiele gegen Schaffhausen und Aarau nicht gewinnen sollte, sieht es ganz ganz schlimm für die Thuner aus.