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Breitenrain - Thun 0-4
15.06.2006Testspiele 2000 bis 2017


Dieser Bericht ist einer guten Kollegin gewidmet, die letztes Jahr durch das Breitenrain-Quartier irrte...

Immer wenn England spielt, bin ich auf dem Platz einer 2. Liga-Mannschaft. Letzten Samstag im Dürrenast, heute im Breitenrain. Genau gesagt war ich heute in der ersten England-Halbzeit erst auf der Suche nach diesem Platz. Züge und Busse fuhren nämlich nicht ganz so, wie wir wollten. Und Toms Navigatorfähigkeiten liessen auch zu wünschen übrig. Es war vielleicht schon ein schlechtes Omen, dass Tom bereits um halb drei den Zug und damit den Anpfiff von Ecuador-Costra Rica verpasste, den wir uns zusammen im Klösterli Pub ansahen. Und ein weiteres Omen war, dass sich die Türen des 17.26-Zug in Münsingen nicht mehr öffnen liessen, obwohl ich mehrere Sekunden lang den Türknopf drückte. So richtig zum Verhängnis wurde uns aber Toms Idee, über die Route Wankdorf-Guisanplatz-Breitenrain Coop zum Match zu gelangen. Die Wegbeschreibung "Tramhaltestelle Viktoriaplatz und dann ganz in der Nähe" liess er als halber Berner nicht gelten. Dabei fand er nicht einmal den Bus, der angeblich zum Guisanplatz rüberfuhr. Wir marschierten so noch Richtung Tramhaltestelle, als das Thuner Testspiel schon angepfiffen wurden. Immerhin, beim Wankdorf trafen wir so noch auf OBI-Spieler. Wie meinte doch Gölä: "Das ist Joao Paulo." "Das ist gar kein Chinese", antwortete ich. Und so stimmten wir einen OBI-Fangesang an.
Endlich sassen wir dann im Nüni-Tram, doch gab es schon bald eine Auseinandersetzung, welches die richtige Haltestelle sei. Ich weigerte mich erst, beim Coop auszusteigen, doch aus Gruppenzwang gab ich nach und durfte Tom und Gölä bei einem Breitenrain-Spaziergang begleiten. Ein schönes Quartier. Und diese Kasernen erst. Als sich Tom per Telefon nach dem richtigen Weg erkundigte, schoss Gelson gerade das 1-0. Da waren 37 Minuten gespielt.
Als wir erst einmal Richtung Viktoriaplatz liefen, war der Platz schnell gefunden - gleich hinter dem Schulhaus. Wobei wir uns auch noch auf dem Pausenplatz verirrten und ich noch über irgendeine Wurzel stolperte und hinfiel. Bern ist wirklich keine Stadt für Oberländer. Während die beiden Kollegen hineingingen, schaute ich mir die letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit von einem Tischtennistisch aus. Ich musste erst einmal meine Nerven beruhigen.
Immerhin sahen wir dann die bessere Hälfte - mit legendären Spielern wie Portman, Hodzic, Ferreira und (juhu!) Pädu Baumann. Vom Letzteren hatte ich auch ein Trikot dabei, aber für ein Langärmelshirt wars auch um halb Acht noch zu heiss. Nach der knappen 1-0-Pausenführung steigerte sich Thun. Testspieler Achille Njanke schoss das 2-0 und (als ich mir gerade auf der Grossleinwand die letzten 10 Englandminuten inklusive zwei Tore anschaute) Ferreira das 3-0. Höhepunkt war das 4-0 in der 76. Minute - es wurde natürlich von Pädu Baumann erzielt.
Eigentlich war die Mannschaftsleistung gut, wobei sich die Defensive gegen das Zweitligateam ein bisschen gar viele Fehler erlaubte. Etwa so viele, wie unsere Unterschriftensammlerin, welche Spieler mehr als einmal mit dem falschen Namen ansprach.
Der Abend klang also doch noch fröhlich aus. Und heim fuhren wir dann auf "meiner" Route Viktoriaplatz-Bahnhof Bern-Münsingen.