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Lyss - Thun 0-6
07.06.2006Testspiele 2000 bis 2017


Rund um ein Testspiel wird getestet. Klar. Im Minutentakt werden neue Formationen und Spielzüge ausprobiert. Völlig okay. Ausser die Tests erfolgen durch die Fans, die „ganz einfach“ mit dem Auto nach Lyss kommen wollen. Aus „ganz einfach“ wird spätestens dann „völlig kompliziert“, wenn mehrere Jungs sich anmelden, abmelden, anmelden, abmelden und dazwischen immer wieder anrufen, wo denn das Auto eigentlich bleibe. Das wissen Tom, Urs und ich schlussendlich selber kaum noch, lautet doch die alles andere als ausgeklügelte Route Interlaken (2 Autos fahren los) - Thun (hier soll ich einsteigen, doch weil andere doch nicht kommen, fällt dieser Halt aus) – Münsingen (hier steige ich nun wirklich ein) – Kiesen (Tom stellt sein Auto ab) – Münsingen (Gölä hat uns spontan um eine Mitfahrgelegenheit gebeten und steigt kurz bevor wir da sind noch spontaner bei Sexy-Remo ein) – Lyss.
Was ist das Fazit dieses Fanfahrttests: Urs ist ein toller Fahrer, für dessen Einsatz ich mich bedanken möchte. Bei einem so chaotischen Haufen, wie es wir Thunfans sind, ist aber eine Zugfahrt angenehmer.

Irgendwie sind wir dann fünf Minuten vor Spielbeginn doch noch beim Sportzentrum Grien. 10 Franken kostet der Eintritt. Wenigstens das Bier können wir selber mitbringen. Vor Anpfiff essen taktisch brillante Leute wie Urs und ich noch eine Bratwurst, während Toms Ronaldo-Diät ihm erst ein Zubeissen in der Pause erlaubt.
Als uns Medienguru Christian noch über die drei Testspieler Julian Bühler, Nico Thüring (beide FC Basel U21) und den „Belgier“ (Harald Pinxton - Livingston FC) informiert, steht einem 90-minütigen Fussballspass fernab jeder WM-Hysterie nichts mehr im Wege. Und wenn auf dem Grashügel „2-5“-Sanel neben mir sitzt, muss ich nicht Angst haben, dass über die WM-Chancen irgendwelcher Teams diskutiert wird.
Bei Anpfiff liegt neben mir das Schnupfdöschen für allfällige Thuntore bereit. Noch ahne ich nicht, dass die Schnupfstatistik überaus anstrengend ausfallen wird. Schon nach einer Minute beginnt das muntere Toreschiessen gegen den Zweitligisten Lyss. Flanke von Bühler auf Ferreira, Ferreira per Kopf zum 1-0, Schnupf von mir zu Sanel und Tom zum 1-0-Sprechgesang. Wobei auch die Handyfanfare unseres portugiesischen Freundes sehr laut ist.
All dies wiederholt ziemlich ähnlich in der 12. Minute (Hodzic per Kopf), in der 24. Minute (Bühler verwertet nach einem Fehlschuss von Comeback-Gerber den Abpraller), in der 34. Minute (Leandro, der Zweite überzeugt durch ein Solo) und in der 36. Minute (Ferreira). 5-0 steht es zur Pause, Vielschnupfer Tom hat sich nun seine Wurst verdient. Dummerweise sind die Bratwürste zu diesem Zeitpunkt bereits ausverkauft. Ein taktischer Fehler von beiden Seiten.
In der zweiten Halbzeit spielen ausser Ferreira, Di Fabio und den Testspielern die Ersatzleute. Entsprechend flacht das Spiel ab. In der 58. Minute schiesst Thüring noch das 6-0, das letzte Thuner Tor. Spannend ist nun höchstens noch die Frage, ob Portmann genauso wie Bettoni in der ersten Halbzeit unbezwungen bleibt. Lyss hat nämlich durchaus einige Chancen. Doch zu einem Seeländer Jubel kommt es nicht mehr, es bleibt beim klaren 6-0.
Was ist das Fazit dieses Testspiels: Trotz zahlreichen prominenten Abwesenden wie Sinani, Adriano, Deumi, Faye, Ba, Glarner und Aegerter, die wir teils wohl nie mehr im Thundress sehen werden, hat die Mannschaft eine gute Leistung gezeigt. Bleibt abzuwarten, ob Bettoni wirklich Portmann als Goalie Nummer 1 verdrängt und ob der gut spielende Gerber schon bald wieder fit genug für einen 90-Minuten-Einsatz ist.