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YB - Thun 2-1
31.10.2004SuperLeague 2004/2005


Logik à la BSC YB: "Wissen Sie, der Gästesektor ist ausverkauft, wir haben für Erwachsene keine Billette mehr. Einfach für Jugendliche und Lehrlinge hätten wir noch Eintrittskarten, aber für Erwachsene nicht mehr." So irr der Ticketverkauf an der Kasse auch ist, das grosse Interesse am heutigen Derby lässt sich nicht bestreiten. Hunderte Thuner sind nach Bern gereist, erstmals ist unser Sektor im Neufeld einigermassen voll. Insgesamt 10'600 Fussballinteressierte hoffen vor Spielbeginn darauf, endlich wieder einmal ein Derby mit Action und Emotionen zu erleben.
Meine ganz persönliche Matchvorbereitung: Ein Joghurt, vier Stangen Bier und eine YB-Wurst. Bei so einem Magendurcheinander wäre mir ein ruhiges Spiel eigentlich lieber, doch das heutige hitzige Spiel hat Derbycharakter. Und Thun darf endlich wieder einmal im Neufeld auf Punkte hoffen, stammt doch der Schiri endlich einmal nicht aus einem Berner Vorort, sondern von weit weg, aus Österreich.
Das Spiel beginnt rasant. Bereits nach zwei Minuten kommen die Thuner zu einer ersten guten Chance. Doch wie noch so oft in dieser Anfangsphase bringen die Oberländer den Ball nicht rein. So sehr Thun auch das Spiel macht, die erhoffte Führung gelingt nicht. Dafür kommt YB in der 24. Minute zu einem gefährlichen Freistoss. Ausgerechnet Altersheim-Chappi tritt den Freistoss - und trifft zu unserem Entsetzen. 1-0 nach der ersten wirklichen YB-Chance.
Anschliessend ist wieder Thun die Mannschaft mit den besseren Chancen, teilweise sind sie klar feldüberlegen. Doch der Ball will und will nicht rein.
Es sind vielmehr die YB-Fans, die kurz vor der Pause noch einmal jubeln können. Nach einem Pass von Yao kann Häbnerli unbedrängt ins Tor köpfeln. 2-0.
Schlechte Stimmung zur Pause im Thunblock. Wie können Derbypunkte bloss so leichtfertig vergeben werden? Droht gar eine Kanterniederlage? Müssen wir ein zweites 2-8 miterleben? Wir ahnen jedenfalls böses.
Das Spiel in der zweiten Halbzeit gleicht dem bisherigen Geschehen. Wieder macht Thun das Spiel - mittlerweile natürlich notgedrungen - und wieder werden viele Chancen vergeben. In der 63. Minute erlöst uns schliesslich Lustrinelli mit dem 2-1. Vielleicht liegt ja doch noch etwas drin in diesem Spiel.
Es ist eine heisse Schlussphase, bei der YB den Vorsprung öfters auch mit unfairen Mitteln verteidigt. Eine solche Attacke wird Häberli in der 66. Minute zum Verhängnis. In der 66. Minute zeigt ihm der Österreichische Schiri die Rote Karte. Eine harte Strafe.
Fast eine halbe Stunde ist Thun nun also in Überzahl, nach dem bisherigen Druck nach vorne muss doch nun einfach der Ausgleich gelingen. Alleine Raimondi hat bis zu Spielschluss drei 100 Prozent-Chancen - keine davon nützt er. Da auch seine Mitspieler nicht erfolgreicher sind und Bettoni einige gefährliche Bälle entschärft, kommen die Thuner zu keinem zweiten Treffer. YB gewinnt also 2-1. Drei verlorene Punkte für die Thuner, die nun definitiv in der Krise sind, egal wie schön der zweite Tabellenplatz auch immer aussieht. Am nächsten Sonntag müssen nun die "falschen Gelben" aus Schaffhausen unbedingt geschlagen werden.

Matthias Engel