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Thun - Servette 2-1
12.05.2004SuperLeague 2003/2004


"Wir wolln die Thuner sehn, wir wolln die Thuner sehn!" Wir Thunfans sind noch eine Stunde nach Abpfiff voller Emotionen. Gut gelaunt stehen wir vor der Spielergarderobe und fordern mit lauten Gesängen das Herauskommen der Spieler. Und einige der Thuner Helden zeigen sich tatsächlich: Ädu Moser ist begehrtes Fotosujet. Für das Geburtstagskind Baykal singen wir im Chor "Happy Birthday". Für Deumi schwenken wir die Kamerunfahne. Und als Latour zu uns stösst, ist die Freude sowieso perfekt. Die Gesänge zu seinen Ehren sind besonders laut und lang. Und wie sagt schliesslich Latour: "Ihr seid die besten! Viele Fans wollen mich nicht sehen, aber ihr schon."
Womit der Tiefpunkt des Tages angesprochen wäre: Nur gerade 2550 Zuschauer verirren sich heute im Lachenstadion, darunter 20 Servettefans. Zwei davon sind, so recherchiere ich später im Zug, sind aus Münsingen und Bümpliz.
Ein Grund für die tiefe Zuschauerzahl ist das schlechte Wetter. Gleich zu Spielbeginn regnet es wild. Doch uns Thunfans kümmert dies kaum, denn das Spiel der Thuner ist heute ein einziger Sonnenschein. Bereits nach 50 Sekunden schiesst Raimondi das 1-0.
Ja, nach dem geschafften Ligaerhalt spielen die Thuner befreit auf, mit unermüdlichem Vorwärtsdrang starten sie Angriff um Angriff. Es ist eine Freude, ihnen zuzusehen. Einziger Kritikpunkt: Weder Rama, noch Lustrinelli, noch Raimondi erzielt das eigentlich bald fällige 2-0. Servettes Abwehr ist nämlich inexistent.
So stehts es zur Pause immer noch 1-0. Und der Thuner Angriffssturm geht weiter. Kurz nach der Pause spurtet Lustrinelli vielversprechend auf das Tor zu. Da stürmt plötzlich Servette-Goalie Roth heraus und fällt ihn um. Eigentlich eine klare Rote Karte. Doch der Schiri gibt nur Gelb - und Penalty! Da Elfmeterschütze Zanni dummerweise verletzt ist, macht sich Baykal bereit. Und wie könnte es an seinem Geburtstag anders sein: Er trifft sicher.
Damit ist er aber eine Thuner Ausnahme. Noch manche excellente Thuner Torchance wird vergeben, so dass nach dem Anschlusstreffer von Kader in der 62. Minute noch ein wenig um die drei Thuner Punkte gezittert werden muss.
Doch wir Fans sind guten Mutes und machen fröhlich Stimmung. Zwei Teile der Fankurve peitschten sich gegenseitig zu immer lauteren Gesängen an, wobei der "Röbi-Block" etwas lauter als der "Andy-Block" ist. Dieser ganz spezielle "Song Contest" macht allen Spass und sorgt für die lauteste Heimatmosphäre seit langem. Geradewegs superleague-tauglich!
Die Freudenlieder bleiben uns zum Glück auch nicht im Hals stecken, denn die Servettespieler zeigen auch in der Offensive nicht mehr allzu viel. Und weil auch Israel Rodriquez einfach nicht treffen will/kann, bleibt es beim 2-1. Ein schöner Sieg in einem schönen und - das sei doch auch noch erwähnt - wieder ganzen Lachenstadion.

Matthias Engel