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Tabellenletzter (21.9.06)
24.09.2006FANtastisches Thun

FANtastisches Thun

Montagabend. Die NLA-Tabelle wird aktualisiert und Thun ist plötzlich Tabellenletzter.
Mir wird mulmig, ich beginne zu schwitzen. Es ist wie Prüfungsangst. Thun, der Verein, der mir so viel bedeutet, steht vor dem Abstieg. Bald weicht meine Angst einer Wut, die in mir hoch kommt. Ich habe einen Verdacht: Alle ausser mir haben den FC Thun im Stich gelassen! Geblendet von der Champions League-Vergangenheit, haben sie sämtlichen Team- und Kampfgeist verloren. Mannschaft, Trainer, Präsidium - warum leisten sie nicht mehr für den FC Thun? Warum stemmen sie sich nicht gegen den Abstieg?
Ich schliesse die Augen. Wie auf einer Leinwand tauchen Spielszenen vor meinen Augen auf. Tore, Jubel, die Welle im Wankdorf. Cup-Auswärtsspiele vor vielleicht 200 Zuschauern - die Einheimischen mitgezählt. Oder jener Herbst 1997, als der FC Thun nach dem Aufstieg aus der 1. Liga von 22 Spielen bloss ein einziges gewann - und deshalb monatelang Tabellenletzter war.
Ich balle die Faust. Es ist nicht Wut, nicht Angst, es ist Entschlossenheit. Verdammt noch mal, es sind erst 8 Runden gespielt. 28 Spieltage folgen noch. Jetzt darf der FC Thun, jetzt darf ich als Fan nicht aufgeben.
Bis am Sonntag werde ich mich noch oft über Mannschaft, Trainer, Präsidium ärgern. Aber am Sonntag gilt nur eines für mich und hoffentlich auch alle anderen, denen der FC Thun am Herzen liegt: Wir wollen zusammen im Lachenstadion stehen und den FC Thun im Spiel gegen Luzern unterstützen.

Hopp Thun - gerade jetzt!

Mattäng
www.thunfans.ch



Die lange Text-Variante aus dem Thun-Forum:

Montag, 21.43 Uhr. Ich sitze vor dem Fernsehen, SF2, Lost läuft. Doch ich starre nur auf die Teletextseite 203. Noch einige Augenblicke und dann passiert es tatsächlich: Die NLA-Tabelle wird aktualisiert und Thun steht plötzlich an letzter Stelle. TABELLENLETZTER! THUN IST TATSÄCHLICH TABELLENLETZTER!

Mir wird mulmig, ich beginne zu schwitzen. Es ist ein wenig wie Prüfungsangst. Diese Teletextseite, die für so viele andere belanglos ist, bereitet mir einen grossen Schmerz. Thun, der Verein, der mir so viel bedeutet, steht vor dem Abstieg. Spürte ich am Samstagabend im Match gegen den FCZ trotz des katastophalen 0-5 noch eine seltsame Leere, schiessen jetzt hunderte Gedanken durch meinen Kopf.

Und plötzlich weicht meine Angst einer Wut, die in mir hoch kommt. Ich habe einen Verdacht: Alle ausser mir haben den FC Thun im Stich gelassen! Geblendet von der Champions League-Vergangenheit (ja, das ist Vergangenheit!), haben sie sämtlichen Team- und Kampfgeist verloren. Mannschaft, Trainer, Präsidium – warum leisten sie nicht mehr für den FC Thun? Warum stemmen sie sich nicht gegen den Abstieg?

Ich schliesse die Augen. Wie auf einer Leinwand tauchen Spielszenen vor meinen Augen auf.

Tore, Jubel, die Welle im Wankdorf.

Und dann ich, oben auf einem Zaun. Soeben hat Thun 7-1 gegen Aarau gewonnen. In wenigen Augenblicke werde ich vom Zaun fallen und im Krankenhaus landen. Dazwischen diese Freude, dieser wunderschöne Abend.

Am nächsten Tag – meine rechte Hand eingegipst. In Sursee trinke ich Kaffee mit 2 jungen Servettefrauen, die ich ohne den FC Thun nie kennen gelernt hätte.

Dann immer mehr Szenen:
Cup-Auswärtsspiele vor vielleicht 200 Zuschauern – die Einheimischen mitgezählt.

Oder unser erstes Spiel in Basel: Thun verliert 3-0 und doch geniessen wir jeden Moment.

Auswärtsfahrten in der NLB – wir Thunfans zu fünft, keiner von uns trägt ein Trikot.

Oder jener Herbst 1997, als der FC Thun nach dem Aufstieg aus der 1. Liga von 22 Spielen bloss ein einziges gewann – und deshalb monatelang Tabellenletzter. Wie sagte ich damals im Gymer: „Für 50 Franken kannst du mein Saisonabo haben?“

Natürlich habe ich es behalten und in jedem der nächsten 9 Sommer wieder ein Abo gekauft. Weil ich gerne FC Thun-Spiele sehe, weil ich mich Stadion Lachen wohl fühle. Auch dank all den Freunden, die ich ohne den FC Thun nicht kennen würde.

Ich balle die Faust. Es ist nicht mehr Wut, es ist nicht mehr Angst, es ist Entschlossenheit. Verdammt noch mal, es sind erst 8 Runden gespielt. 28 Spieltage folgen noch. Jetzt darf der FC Thun, jetzt darf ich als Fan nicht aufgeben.

Bis am Sonntagnachmittag werde ich mich noch manchmal über Mannschaft, Trainer, Präsidium ärgern und wohl selbst in meinen Träumen nach Sündenböcken suchen – ich kenne mich ja… Aber am Sonntag, um 16.00 Uhr gilt es nur eines für mich und hoffentlich auch allen anderen, denen der FC Thun nur ein kleines bisschen am Herzen liegt: Wir wollen zusammen im Lachenstadion stehen und den FC Thun im Spiel gegen Luzern unterstützen.

Hopp Thun – gerade jetzt!